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Seiko Watashi |
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Seiko Watashi
Disclaimer: Charaktere gehören sich selbst und ich verdiene kein Geld damit.
Claimer: Idea + Story by Mizuki
Genre: Shônen-ai, Romantik, nicht weiter zugeordnet
Pairing: Gackt (was soll ich hier denn angeben?) x Keiyuu (Kra)
Kapitel 1
Entsetzen steht ihm ins Gesicht geschrieben, Angst schnürt ihm die Kehle zu. Wo soll er denn jetzt leben, wie soll er überleben? "Das kannst du nicht machen! Schwester!"
"Oh doch, ich kann! Wir wollen dich hier nicht mehr haben, verschwinde Keiyuu!"
"Sie hat recht, du bist einfach… Ah, verschwinde einfach und komm bitte erst wieder, wenn du wieder klar denken kannst! Nein, komm nie wieder!" Jetzt stellt sich auch sein Bruder in die Tür neben seine Schwester. "Hier sind deine Sachen."
Zwei große, schwarze Taschen werden ihm vor die Nase gestellt. Verzweifelt und bittend schaut er seinen besten Freund an. Dieser schüttelt nur den Kopf und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht.
"Wie konntest du das deiner Familie antun? Ausgerechnet heute…"
"Pon…"
"Du hast uns alle entehrt, du Versager! Wenn Vater das mitbekommen könnte! Du hast deinen toten Vater beleidigt, geh jetzt!"
Von drinnen kann er die Stimmen der Trauergäste hören, leise unterhalten sie sich über den ebigen Vorfall.
"Und mein Handy? Laptop? Das ist beides nicht in den Taschen."
"Das gehört auch nicht dir, es wurde schließlich von dem Geld der Familie bezahlt."
Mit einem letzten Seufzer dreht er sich um, zerrt die Taschen hinter sich her und hofft. Er hofft, dass ihm seine Schwester hinterherläuft, ihn aufhält, in den Arm nimmt und sich entschuldigt. Aber natürlich kommt niemand. Was hatte er bloß getan? Sie haben recht, er ist ein Versager. Er muss seine persönlichen Konflikte und Gefühle endlich in den Hintergrund stellen. Er hat auf der Beerdigung seines Vaters eben diesen beleidigt, verurteilt und die Familie beschämt. Er verdient Verachtung. Aber egal, wie verachtenswert er auch ist, trotzdem muss er irgendwie an eine Wohnung kommen. Eine ganze Weile trottet er durch die Stadt, als es dunkel wird setzt er sich in ein Café. Traurig beobachtet Keiyuu die bunten Lichter der Leuchtreklamen, die Autos auf der Straße und die restlichen Besucher des Cafés.
Um sich eine Wohnung mieten oder kaufen zu können, braucht er Geld, also sollte er sich einen neuen Job besorgen. Als was kann er denn arbeiten…? Eigentlich fällt ihm nichts ein, wofür man keine Qualifikationen benötigt, und die hat er leider nicht.
Sorgenvoll studiert er die Anzeigen an dem Anzeigenbrett. Babysitting, bitte Erfahrung mit Kindern… Maid Café, nur für weibliche Interessenten… Aushilfe im Buchladen, literarische Kenntnisse erforderlich… Moment mal, was ist das denn? Jobangebot, keine besonderen Kenntnisse nötig. Gehalt… Schnell reißt er den Zettel ab und wendet sich an die Bedienung. "Entschuldigen Sie bitte. Anou, ich wüsste gern, wie ich zu dieser Adresse komme. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?"
Geduldig erklärt ihm die junge Frau den Weg, zeichnet sogar eine Karte.
"A… Arigatou!"
"Hai, bitte beehren Sie uns bald wieder!"
Hastig schnappt er sich seine Taschen und verlässt das Café, anhand der Karte findet er relativ schnell sein Ziel. Er befindet sich vor einem großen Bürogebäude, schüchtern spricht er die Empfangsdame an.
"Ah ja, ich weiß, wohin Sie wollen. Kommen Sie, ich führe Sie zu Mana-sama."
Wer soll das denn sein? Etwa der Typ, der die Anzeige aufgegeben hat?
Die Frau stöckelt durch ein Gewirr von Gängen und Treppen und bleibt schließlich vor einer Tür stehen. Sie klopft und schiebt Keiyuu dann einfach durch die Tür. Hinter "Aufwachen! *hüpf hüpf* Lass Ruki los! *hüpf hüpf* Wir wollen los! *hüpf hüpf*"
Mächtig unbegeistert schlägt Keiyuu nach dem Etwas, was auf ihm rumhüpft.
"Na endlich lässt du mich los…"
"Byou. Hm, ach ja…"
"Kami-sama, er hat ein Byou-Trauma!"
Bei diesem Ausruf erwacht der Blonde endgültig aus seinem Traum, in dem Byou sich gerade auf eine nicht jugendfreie Art und Weise entschuldigt. "Wer zur Hölle bist du denn?!" Leicht irritiert fixiert er den sehr fröhlich aussehenden Kerl, der auf ihm sitzt. Dieser fängt an, begeistert in die Hände zu klatschen. "Takeru desu! Takeru desu! Takeru…"
Das Geschrei endet abrupt, als ein weiterer Brünetter (mal wieder) der Quelle des Lärms den Mund zuhält.
"Ohayou, ich bin Reno und bin…"
"Lass mich raten, cool?!"
"Ja! Woher wusstest du, was ich sagen wollte?"
"Ach. Ja, woher bloß?"
Seufzend erklärt Ruki: "Er ist mit in unserem Zimmer. Eigentlich sehr nett, nicht so wie dieser >Aoi<. Grrrr! Du hast aber einen echt festen Griff. Ich konnte die ganze Zeit nicht aufstehen, weil du mich so umklammert hast!"
"Oh, das tut mir leid. Aber so, wie du von Aoi redest, hört sich das eher so an, als würdest du ihn seeeeehr mögen. *zwinker*"
"WAAS?! *knurr* *fauch* *bell* *wild gestikulier* *gemein guck* Grrr, niemals!"
Beleidigt schubst er Keiyuu aus seinem Bett und somit auch Takeru. Dem scheint das aber nicht viel auszumachen und er zieht seinen neuen Freund auf die Beine. "Los, die warten doch schon!" Begeistert zerrt er Keiyuu auf den Flur und von dort aus in ein Wohnzimmer. Sofort wird er von fünf Leuten angesprungen und geknuddelt.
"Morgen, Keiyuu!"
"Na, gut geschlafen, Kei-kun?" - "Nur Keiyuu."
"Hey! Keiyuu! *quietsch*"
"Keiyuu!"
"Keiyuu, hach, habe ich dich vermisst!" - "Ihr kennt euch doch noch gar nicht, Shin." - "Egal, trotzdem!"
"Moment! Morgen, Shou. Teru, das heißt Keiyuu, klar? Aber trotzdem guten Morgen. Takeru, du hast mir schon guten Morgen gesagt! Und euch beide kenn ich gar nicht!"
"Ich heiße Shin und der da heißt Jin. Wir beide lieben dich!"
"Ja!" Grinsend hüpfen die beiden mit Takeru im Kreis.
"Ach, wirklich? Sag mal, Shou, müsst ihr beziehungsweise wir heute nicht arbeiten?"
"Iie, wir haben heute frei. Wir gehen jetzt shoppen, du brauchst dringend neue Klamotten und sowieso! Ruki kommt auch mit, yay, Uke-Shopping!"
"Ich bin kein Uke! *murr* Ich bin schließlich beim SM und lass mich nicht ficken so wie du!"
"Pff. Du bist ja so ein ukiges Uke! Beim SM bist du nur, weil kein anderer Bock darauf hatte und Teru albern aussieht mit einer Peitsche in der Hand."
"Geht's noch? Du…"
"Einen wunderschönen guten Morgen, Keiyuu. Ich hoffe, du hast gut geschlafen. Möchtest du was essen, bevor ihr los wollt?"
Sofort wird der Blonde von den schönen blauen Augen Gackts abgelenkt. Schwarze Jeans, weißes T-Shirt, schwarze Lederjacke. Fasziniert betrachtet das Outfit und den durchaus netten Körperbau des Schwarzhaarigen. Nach drei Minuten fängt die Welt an, sich leicht rosa zu verfärben, nach vier Minuten ist sie ziemlich pink, dann zerrt Shou ihn von dem Angebeteten fort. "Gomen, Gackto-sama, aber wir müssen los, sonst verpassen wir den Bus!" Als aber auch Gackt die andere Hand umklammert und an ihm zerrt, kommt Keiyuu sich ziemlich verarscht vor. "Lass los, Shou! Lass sofort los!"
"Mein Puschelchen! Meins!"
"Hallo, darf ich… Ey, lass los, lass mich sofort runter! NEIN!"
Sofort lässt Tora, der gerade reingekommen ist, Keiyuu wieder los, der fällt auf den Boden und rutscht von ihm weg. Mit einem ziemlich panischen Blick presst er sich an die Wand. Erstaunt kommt Gackt langsam auf ihn zu. "Hey, ist ja gut…"
"Mach das nie wieder! Fass mich nie wieder so an und versuche, mich hochzuheben! Ich hasse das!" Auf die entgeisterten Blicke hin sagt er: "Gomen, aber wenn ich meine Hände nicht benutzen kann und dann so hochgehoben werde, gerate ich total in Panik."
… "Gut, was ich eigentlich sagen wollte, ihr könnt mein Auto fahren. Ach, und Keiyuu, kauf dir ein Handy und neue Klamotten oder so. Und, äh, Isshi kommt mit euch, als Aufpasser."
"Jaaaaa!" Freudig kreischend rennen Shou, Shin, Jin, Teru und Takeru mit Ruki und Keiyuu im Schlepptau Richtung Auto.
Grinsend lässt Tora sich auf einen Stuhl fallen und beobachtet Gackt. "Na, der Kleine hat's dir aber angetan. Bist ja richtig begeistert von ihm, du verleihst doch an niemanden dein heiliges Auto und du", er steht wieder auf und legt seine Arme um Gackts Körper, "bist richtig besorgt um ihn." Sanft lächelnd schiebt er seine Hände unter das ausnahmsweise weiße T-Shirt des Schwarzhaarigen. "Man könnte meinen, er hätte es tatsächlich geschafft, dein Herz zu erweichen, dabei kennst du ihn erst seit gestern."
Mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck macht Gackt sich los. "Halt lieber die Klappe,
dem Schreibtisch sitzt ein undefinierbares Wesen. Es trägt einen Rock und sieht aus wie eine Frau, aber die Stimme wirkt ziemlich männlich.
"Guten Abend. Kann ich dir helfen, mein Kleiner?"
"Anou… Hai. Ich bin hier wegen dem Job, äh…"
"Mana. Und wie lautet dein Name?"
"Ah… Keiyuu, Mana-san."
"Und weiter?"
"Nur Keiyuu. Ich habe ab heute keinen Familiennamen mehr."
"Nun gut. setz dich doch! Du bist also hier, weil du den Job möchtest."
"Anou… H… Hai."
Unsicher senkt er seinen Blick, das androgyne Etwas steht auf und schlendert auf ihn zu. Es lehnt sich gegen den Schreibtisch und zupft die Frisur zurecht.
"Also, ich denke, du bist für diesen Job gut geeignet. Meine Firma stellt bestimmte Produkte her. Diese sollst du testen, das Gehalt wäre nicht schlecht. Was hältst du von… Hm, 10.000 Yen pro Tag?"
"Was?! So viel, das ist ja absolut unglaublich! Aber was für Produkte soll ich denn testen?"
"Meine Firma stellt Sextoys her. Wir brauchen jemanden, an dem wir sie testen können. Also nimmst du den Job, hai?"
Entgeistert springt der Kleinere auf. "Iie, sicherlich nicht!"
Das Schwarzhaarige geht zu Keiyuus Taschen und öffnet sie, es dreht sich wieder zu dem Kleineren um. "So, wie ich das sehe, brauchst du diesen Job ziemlich dringend. Niemand läuft mit seinem Hausstand in zwei Taschen zu einem Vorstellungsgespräch. Also hast du keine Wohnung, deshalb brauchst du unbedingt Geld. An deiner Stelle würde ich diese Chance nutzen."
"Sicherlich nicht, das ist ja vollkommen pervers!"
"Tss… Aber du brauchst einen Platz zum Schlafen. Du kannst bei mir bleiben, als Bezahlung akzeptiere ich auch Naturalien."
"Naturalien?… Oh… IIE! Das ist moralisch total verwerflich! Ich soll mit Ihnen schlafen, damit ich ein Dach über dem Kopf habe. Also echt, als ob ich das machen würde!"
Am Liebsten würde Keiyuu dem Etwas da das perverse Grinsen aus dem Gesicht prügeln, aber er ist ein ganzes Stück kleiner und außerdem nicht sonderlich kräftig.
"Genau, der Zwerg hat absolut recht. Du bist absolut pervers und gemein."
Manas Augen weiten sich, verengen sich danach jedoch gleich zu Schlitzen. "Du!"
"Ich!" Eine Hand legt sich auf Keiyuus Schulter, als er sich umdreht, blickt er in tiefblaue Augen. Der Typ trägt einen ziemlich schicken, schwarzen Anzug, hat schwarze Haare und sieht sowieso sehr japanisch aus. Und warum zur Hölle hat der dann blaue Augen?
"Kontaktlinsen." Huh. Kann der Gedankenlesen? Aber er hat ein sympathisches Lächeln und macht überhaupt einen eindrucksvollen Eindruck.
"Von Anklopfen hältst du wohl nicht viel, Ga-chan."
"Du doch auch nicht, Mana-chan. Außerdem habe ich angeklopft, du warst nur zu beschäftigt diesen armen Jungen hier zu sexueller Sklaverei zu überreden. Du weißt doch gar nicht, ob er auf Männer steht!"
Aha, also ist das Etwas ein Mann.
"Tss. Also Keiyuu, nimmst du den Job?"
"Keiyuu, hm? Schöner Name. Also suchst du einen Arbeitsplatz. Ich biete dir einen an, und eine Unterkunft. Du musst nicht dafür bezahlen, du sollst nur vernünftig arbeiten. Nimmst du an?"
"Hai!" Keiyuu hat zwar nicht die leiseste Ahnung, in welcher Branche dieser Mann arbeitet, aber schlimmer kann es nicht mehr werden.
Zuerst wirkt Mana leicht ungläubig, dann fängt er an irrsinnig zu lachen. "Du willst bei mir nicht arbeiten, aber gehst zu ihm Du bist ja genial."
Ja, guuuut… was soll das denn jetzt?! Besorgt schaut Keiyuu zwischen den schönen blauen Augen seines neuen Arbeitgebers und dem irre kichernden Perversen hin und her.
"Komm, wir gehen. Er beruhigt sich bestimmt wieder. Außerdem ist es ja schon richtig dunkel, wir sollten uns beeilen."
Sanft schiebt er den Kleineren zur Tür.
"Meine Taschen!"
"Ah ja, geh schon mal vor, ich hol sie dir."
Vollkommen orientierungslos geht er in die Richtung, in die der Schwarzhaarige gezeigt hat. Er findet eine Besenkammer, eine Kantine, wo zwei Typen ihren Kaffee trinken, ein WC, in dem irgendein Typ heulend auf dem Boden hockt, wieder die Kantine, in der die zwei Typen dazu übergegangen sind, sich gegen den Getränkeautomaten zu ficken und letztendlich einen Fahrstuhl, der ihn wieder in die Eingangshalle bringt.
"Wo warst du denn? Ich warte hier schon seit zehn Minuten."
"Gomen, ich hab mich verlaufen."
"Ah ja, das kenn ich. Am Anfang habe ich sein Büro nie gefunden."
Am Anfang… Ist der etwa öfters hier?!
Sie verlassen das Gebäude und stoppen vor einem mehr oder minder protzigen Cabrio. Gähnend lässt Keiyuu sich auf den Beifahrersitz sinken.
"Müde? Schlaf ein bisschen, es dauert, bis wir da sind, und du solltest ausgeruht sein."
Schläfrig blinzelt er die grellen Neonreklamen an, dann schließt er die Augen und fällt in einen unruhigen Schlaf. Er träumt. Er träumt von tanzenden Zahnbürsten und von Mana. Der wirft mit Schleifen nach ihm, die ihn fesseln. Bedrohlich kommt Mana immer näher, er fängt an, Keiyuus Hemd aufzuknöpfen und… "UWAAH! GEH WEG, DU ARSCH!"
Verwirrt schreckt der Kleine aus seinem Albtraum und schaut sich ängstlich um. Er sitzt immer noch in dem Cabrio, aber der Fahrer ist weg und der Wagen steht in einem ziemlich düsteren Hinterhof.
"Hallo? Haaaaalloooo!"
Eh? Zuerst passiert nichts, dann öffnet sich eine Tür zu einem der Häuser. Ein schmaler Streifen helles Licht fällt auf den Boden und zwei Hände ziehen ihn aus dem Auto.
"Na, wach? Gut dann kann es ja losgehen. Du fängst gleich an zu arbeiten, du hast aber noch ein bisschen Zeit, um alle kennenzulernen."
Der Größere dreht sich um und will reingehen, aber Keiyuu hält ihn am Ärmel fest.
"Wie heißen Sie eigentlich? Und was ist das hier für ein Laden?"
"Ich heiße Gackt und das hier ist ein Bordell."
Die Kinnlade des Blonden klappt nach unten und er ist drauf und dran seinem Gegenüber unschöne Beleidigungen an den Kopf zu werfen.
"Anou. Sie haben schon verstanden, dass ich nicht vorhabe, mich von irgendwelchen Leuten ficken zu lassen, oder?"
"Ja, dessen bin ich mir bewusst. Du kriegst Terus jetzige Stelle."
"Und was macht Teru?"
"Err, sowas wie eine Empfangsdame. Aber den genauen Aufgabenbereich erklärt er dir gleich selber."
Dann zerrt Gackt ihn durch die Tür in einen Abstellraum und von da aus in einen anderen großen Raum. An der einen Wand steht eine große Bar, auf der ein Typ mit bunten Haaren und seltsamem Anzug sitzt und ihm fröhlich zuwinkt.
Dann stehen da noch viele große, plüschige Sessel im Raum, manchmal sind sie zu Sitzgruppen zusammengestellt und hier und da stehen ein paar kleine Tischchen. Die Möbel sind zwar schwarz, dafür sind die Wände aber knallrot gestrichen. An der Decke hängt ein überdimensionaler Kerzenleuchter in gold.
Keiyuu ist noch am Staunen, als etwas blau-silbernes, quietschendes ihn anspringt und in einen der Sessel wirft.
"Aaaaaahh duuu bist alsooo der Neue! Hm, Gackto-sama, den haben Sie aber gut ausgesucht. Die Uniform wird ihm perfekt stehen. Was meinst du, Myv?"
Der Bunthaarige grinst ihn an: "Ich find ihn niedlich. Knuffig und süß, perfekt! Du hast recht, Teru. Hey Kleiner, willst du was trinken?"
"Anou… Lieber nicht. Aber danke."
"Gut. Könnt ihr ihn dann bitte umziehen und erklären, was er zu tun hat? Wir sehen uns, Kei-chan."
Gackt wuschelt ihm durch die Haare und verschwindet dann auf der großen Treppe, die Keiyuu bis jetzt nicht mal bemerkt hat.
"Also, Kei-chan, wir…"
"Keiyuu! Fang gar nicht erst damit an, mich mit 'chan' zu betiteln. Ich hasse das, also lassen! Mein Name ist Keiyuu, nicht Irgendwas-chan!"
Während Teru und der Farbfelck ihn erstaunt anstarren, ertönt aus einem Sessel ein lautes Lachen. Ein schwarzhaariger Typ steht auf und gesellt sich zu den dreien.
"Pff, auch wenn er knuffig ist, er hat anscheinend eine eigene Meinung. Also, Keiyuu… Ich bin Tora. Das Bunte da heißt Miyavi, und der hier heißt Teru."
"Sag mal, hast du gekifft, oder warum machst du so ein komisches Gesicht?"
Jetzt ist es an Tora, den Blonden sprachlos anzuglotzen.
"Aah, gomen. Ich hab mal wieder nicht nachgedacht, gomen!"
Ein Grinsen macht sich auf Toras Gesicht breit und Sekunden später rollt er sich laut lachend auf dem Boden.
"Myv, ich hab Angst."
"Vor Tora oder vor Keiyuu?"
"Vor Kei-sama."
"Wer hat nur was von 'sama' gesagt?! Keiyuu, K-E-I-Y-U-U, gaaanz einfach. Ohne Chan, Sama oder was weiß ich!"
"Eh, gut, also Kei-kun. Ruha-saaaan!"
Resigniert gibt Keiyuu auf, es bringt wohl nichts zu protestieren.
"Chikushou, Teru! Einfach Uruha, ohne San!"
"Aber Ruha-san!"
"Urusai! Was willst du, Teru?"
Anscheinend hat noch jemand das Namen-Problem. Interessiert mustert Keiyuu den Blonden in Strapsen.
"Boah. Sag mal frierst du nicht in dem Outfit? Ich meine, mir ist selbst mit dem dicken Pulli kalt und du läufst hier halb nackt rum. Was soll das eigentlich darstellen? Hast du das selber genäht? Sieht schlimm aus…"
Dieses Kommentar entlockt Tora einen weiteren Lachkrampf und dem Blonden ein saures Schnauben.
"Was ist das, Teru?"
"Das da ist Kei-ku…"
"Keiyuu, verdammt nochmal!"
"Er ist der Neue. Mach ihn fertig."
"Waas, das ist unfair! Der ist doch viel stärker als ich. Soll ich ihn vielleicht mit Kondomen bewerfen?!"
"Wieso mit Kondomen?"
"Maaann, das sind doch alles sexbesessene Stricher hier! Hier gibt es eh nichts anderes, außer vielleicht Gleitgel."
Ein lautes Lachen stört Keiyuu bei weiteren Interpretationen.
"Ruhe, Tora. Na dann komm, Kleiner, jetzt ziehen wir dich um."
Schon wird der kleine Blonde durch die Gegend gezerrt, Treppe hoch, Flur entlang, stehen bleiben, rein ins Zimmer.
"So, setz dich brav aufs Bett, neben den unintelligent guckenden Typen da."
Zögernd lässt er sich neben dem Brünetten nieder. Dieser öffnet seine Augen und fängt an, ihn auszuziehen. Erst Keiyuus Hemd, dann seine Hose und alle anderen Kleidungsstücke. Verschreckt versteckt der sich hinter einem großen Kissen.
"Haallo, kannst du vielleicht mal aufhören, mich auszuziehen?!"
Uruha, der bis eben in dem Schrank gewühlt hat, hält den Brünetten jetzt davon ab, das Kissen zu klauen.
"Hey, Saga! Wir wollen ihn nicht ficken. Er ist der Neue."
"Aach soo! Sag das doch, ich dachte schon… Anou… Konnichiwa, Kleiner. Ich bin Saga. Ich bin cool und arbeite mit Uru zusammen." Er schnappt sich das rosane Etwas in Uruhas Hand und zieht es Keiyuu über den Kopf. Sekunden später findet dieser sich in einem rosa-pinken, sehr kurzen, rüschigen Kleid wieder.
"Das ist deine Arbeitskleidung, dazu gehören noch diese Stiefel…"
"Auf den kann ich nicht laufen, da pack ich mich ab und tret irgendjemandem aus Versehen in die Eier. Also gebt mir gefälligst vernünftige Schuhe!" Misstrauisch wackelt er auf den pinken Plateauschuhen im Kreis.
"Sag mal, wie heißt der Laden hier eigentlich?"
"Seiko Watashi."
"Eeeeh, nicht dein Ernst, oder? Wie unkreativ ist das denn?!"
"Na ja, es drückt doch das aus, was wir hier tun. Die Typen kommen her und wir ficken."
"Anou… Auch gut. Aber trotzdem…"
"Gackto-sama ist damals nichts Besseres eingefallen."
Kami-sama, wo war er hier bloß gelandet?
Ja, das war also das erste Kapitel, 4 1/2 Seiten, maaann... Ach, und wegen den Haarfarben, ich habe mich nach den Fotos zu diesem Zeitpunkt auf den offiziellen Seiten gerichtet. Laut Hikari ist Uruhas Haarfarbe karamellfarbend, aber das hört sich dumm an, also ist er jetzt einfach blond.
Und laut Google Übersetzer bedeutet Seiko Watashi so viel wie Fick mich.^^
Chapter 2
Bis jetzt ist die Arbeit nicht sonderlich schwierig. Bis auf dieses überaus grässliche Kleid ist alles ganz nett. Das Prinzip hat er auch schnell verstanden. Es werden Termine vergeben, also die Typen kommen her, müssen bei Keiyuu den gewünschten Stricher buchen und dann bezahlen. Normalerweise dauert ein Termin 60 Minuten, gegen Aufpreis kann man aber auch länger bleiben. Ganz einfach! Keiyuu soll lächeln, freundlich sein und einen süßen Eindruck machen. Langweilig wird ihm auch nicht, da Gackt alle halbe Stunde zu ihm kommt, irgendwelchen Scheiß labert und Rotwein mitbringt.
"Wenn Sie so weitermachen, bin ich gleich total besoffen."
Lächelnd gießt Gackt dem Kleineren noch ein Glas ein.
"Ach, so schnell wird niemand besoffen. Aber ich muss dich jetzt leider verlassen. So weit ich weiß habe ich gleich Besuch von Ko-ki-chan, oder?"
"Woher soll ich denn wissen, wer Sie besuchen kommt und wer nicht?"
"Normalerweise sollte das auf dem Bildschirm dieses Computers da stehen…"
"Ach so… Nennen Sie das etwas besuchen?! Ich mein ja nur, ist ja nicht so, als ob die Typen hier alle herkommen, weil sie nett plaudern und Kaffee trinken wollen. Und normalerweise hat man keine Sex, während man irgendwo zu Besuch ist."
"Da könntest du durchaus recht haben, aber Ko-ki und ich wollen nur ein paar Partien Schach spielen."
Schach?! Was zur Hölle…
>50 Minuten später<
Guuut, jetzt ist Keiyuu langweilig, eine ganze Weile steht er hier jetzt schon allein rum und starrt Löcher in die Luft. Was für eine ungemein sinnige Tätigkeit.
"Hey, ich will… zu Teru!" Keiyuu hat den Typen, der ihn jetzt anstarrt, nicht bemerkt. Eigentlich ein ganz hübscher Kerl, nette Augenfarbe und…
"Hey, hast du mich nicht gehört?" Der Kerl beugt sich vor und Keiyuu kann den Alkohol in seinem Atem riechen. Unsicher taumelt der Brünette nach vorne und grinst ihn breit an.
"Oh Mann, Sie sind ja total betrunken…"
"Was hast du gesagt? Ich will jetzt zu Teru, lass mich durch, Kleiner!"
Entnervt verdreht Keiyuu die Augen. Ja, er würde den Trottel da auch lieber durchlassen als mit diesem zu diskutieren. Nur leider hat Gackt ihm die Anweisung gegeben, niemanden, der betrunken ist, reinzulassen.
"Es tut mir leid, aber ich muss sie bitten, jetzt zu gehen."
"Eeeh, wirst du mich wohl reinlassen?!"
Langsam kommt der Blonde sich verarscht vor. Ist der Blödmann nicht nur besoffen sondern auch taub?! Er schiebt den Fremden zur Tür, na ja, was man schieben nennen kann. Mit spitzen Fingern piekt er den Brünetten in den Rücken, um ihn zum Ausgang zu bewegen.
"Chikushou, lass das!"
"Iie, Sie gehen jetzt. Kommen Sie ein anderes Mal wieder."
"Aber ich will doch jetzt Sex."
"Teru hat gerade keine Zeit."
Ruckartig fährt der andere herum und grinst Keiyuu böse an.
"So, so, ich will aber jetzt irgendjemanden vögeln. Dann nehm ich eben dich."
Erschrocken springt der Blonde zurück. Schlechte Idee… Schließlich kann er auf seinen Stiefeln noch nichtmal gerade laufen. Ziemlich unsanft landet er auf dem Boden und stellt mal wieder fest: Dieses Kleid ist zu kurz. Leicht verzweifelt versucht er den pinken String, in den Saga ihn gestopft hat, zu verstecken, Der hübsche - findet Keiyuu - Brünette packt den Kleineren am Kragen, kassiert darauf aber gleich einen Tritt in die Magengrube.
"Finger weg! Du bist zwar hübsch und eigentlich genau mein Stil, aber trotzdem. Ich find diese Teile zwar echt unpraktisch, aber zum Treten sind sie super."
Keiyuu sieht die Faust nicht kommen, der Schock ist umso größer. Er will hier weg, kann dieser toll aussehende Typ nicht nüchtern sein? Eine Hand schließt sich um seinen Hals und schnürt ihm die Luft ab. Was macht der denn da, will der ihn erwürgen und was macht der da mit dem armen Kleid?
Verzweifelt zappelt er mit den Beinen, versucht sich zu befreien. Aber der Typ rammt ihm das Knie in den Bauch und schlägt Keiyuu dann immer wieder ins Gesicht. Kleine Bluttropfen fallen auf sein Kleid, als der Kopf des Blonden auf den Boden knallt. Wimmernd schließt er die Augen. Was für ein beschissener Tag…
Ein lauter Schrei lässt Miyavi aus seinem Traum schrecken. Wer zur Hölle war das denn? Sein Blick fällt auf zwei Personen, sie auf dem Boden liegen. Können die sich nicht mal ein Zimmer nehmen? Moment, der eine ist Byou und der andere? Keiyuu?
Hat der etwa so geschrien? Und wieso schlägt Byou auf ihn ein?
Erst jetzt wird dem Bunthaarigen richtig bewusst, was da gerade vor sich geht. Entsetzt springt er auf und rennt zur Treppe. "Kami-sama, ich muss Hilfe holen! HIIIIILFEE!" Kreischend rennt er durch die Gegend und sucht irgendjemanden, der Keiyuu helfen könnte. Er öffnet jede Tür, die nicht verschlossen ist, findet aber nur Shou und Jin, die gelangweilt Shing-Shang-Shong spielen.
"Gut, dann hole ich eben Gackto-sama. Gaaaaaacktttoooo!"
"WAS?!"
"Ah, da sind Sie ja. Keiyuu wird unten von Byou vergewaltigt."
"Wie bitte?!"
In einem recht beachtlichen Tempo rennt der Schwarzhaarige an Miyavi vorbei, um seinem neuen Schützling zu helfen.
Kami-sama. Lebt er noch oder hatte dieser Kerl ihn schon zu Tode geprügelt? Ist er weg? Nein, er hat nur aufgehört, auf ihn einzuschlagen. Der Brünette sitzt auf dem immer noch ziemlich benommenen Keiyuu. Was macht der denn, hat der nicht was von Ficken gesagt? Also, als er das letzte Mal Sex hatte, hatte sich sein Hintern ein bisschen anders angefühlt. Plötzlich verschwindet der Druck von seinem Körper. Was jetzt?
Blinzelnd öffnet er seine Augen. Er sieht einen kreischenden Miyavi, der hysterisch im Kreis läuft. Er hört lautes, sehr lautes Geschrei und immer wieder ein lautes Krachen. Gackt brüllt den hübschen Brünetten an und schlägt dessen Kopf immer wieder an die Wand.
"Byou, du verdammtes Arschloch, wag es nie wieder besoffen hier aufzutauchen! UND FINGER WEG VON DEM PINKEN PUSCHELIGEN UKE DA!"
Mit diesem abschließendem Geschrei packt er Byou am Kragen und schmeißt ihn aus der Tür. Aha, Byou also… netter Name, sieht auch ganz nett aus, nur leider angehender Alkoholiker.
"Hey, pinkes Puschelchen, alles in Or…"
Ruckartig setzt Keiyuu sich auf und versucht, durch Blicke zu töten.
"ICH. BIN. NICHT. PINK. UND. PUSCHELIG! Du… du… du… wie heißt du nochmal? ABER ICH BIN NICHT SÜß!"
Lautes Lachen stört ihn bei seiner Beschwerde.
"Tora, urusai! Ich heiße Shou, ich bin cool!"
"Das hat Saga auch gesagt und den find ich nicht cool."
"Oh… Na, aber ich bin…"
"Schwul! Alles okay, Keiyuu? Geht's dir gut?"
Er wird unterbrochen, als Gackt ihn einfach zur Seite schubst und sich besorgt neben Keiyuu kniet.
"Anou… Das Kleid ist hin, ich habe mir auf die Zunge gebissen, es blutet doll. Anou… Mein Gesicht wird morgen blau sein uuund mein Nacken ist ziemlich verspannt, aber sonst… Alles super."
Ein großer Schwarzhaariger kommt hinzu und lächelt freundlich. "Hi, ich bin Aoi und ich bin…"
"Cool, jaaa, ich weiß."
"Nein… Ich wollte dir anbieten, dich zu massieren. Das hilft gegen Verspannungen. Aber wenn du darauf bestehst, ich bin cool!"
Ein sehr gekonnter, sehr tödlicher Blick lässt Aoi noch dazusetzen: "Aber, hey, Gackt kann das auch. Also bis später…" Eilig entfernt er sich ein paar Meter von Keiyuu.
"Bist du dir sicher, dass es dir gut geht?" - "Ja." - "Okay, dann folg doch bitte Shou und Isshi, die verarzten dich." An alle gerichtet sagt er: "Wir machen gleich Feierabend, schmeißt alle raus!"
Ein Brünetter hält Keiyuu seine Hand hin, um ihm aufzuhelfen. Er trägt ein kimonoähnliches Gewand und sieht sympathisch aus. Dankend ergreift der Blonde die angebotene Hilfe, aber sobald er steht, knickt er um. Tora, Isshi und Gackt beugen sich gleichzeitig, um ihm zu helfen. Letztendlich nimmt Tora die Arme, Isshi die Beine und Gackt den Kopf. Sie tragen ihn über den Hinterhof in das Gebäude nebenan, die Treppe hoch in eine Küche. Mehr oder weniger sanft wird er auf dem Tisch abgelegt. Jetzt kommt auch Shou mit einem großen, weißen Arztkoffer in der Hand. Tora und Gackt treten ein paar Schritt zurück, während Shou sich vor dem ziemlich zerrupften Puschelchen hinkniet. Isshi setzt sich hinter Keiyuu und tätschelt ihm beruhigend den Kopf.
"Und was soll das jetzt werden? Seh ich neuerdings aus wie ein HuAAAAAH!"
"Huaah… Pff. HAHAHAHA! Du bist soo genial!"
"TOORAA!"
"Bin ja schon still."
"Tut mir leid, aber du hast dir dein Knie aufgeschlagen und das muss desinfiziert werden. Uuuh, dein Gesicht hat es aber übel erwischt. Isshi, creme ihn ein und kleb ein paar Pflaster drauf."
Er wirft dem Brünetten eine Creme für Schwellungen zu und wickelt dann einen Verband um Keiyuus Knie.
"So, das sollte erstmal reichen. Wegen deiner Zunge kann ich leider nichts machen. Aber das wird schon! Hast du Hunger oder Durst?"
"Nein, danke." Staunend mustert der Blonde die riesige Küche. Große Kücheninsel, Edelstahl und Glas.
"Wow, als Stricher verdient man ja ganz gut. Oder ist das hier alles von Krediten bezahlt?"
Shou wirft Gackt einen amüsierten Blick zu und antwortet dann: "Nein, aber Gackto-sama ist Millionär. Als seine Eltern gestorben sind, hat er ziemlich viel Geld geerbt und zusätzlich hat er noch im Lotto gewonnen."
Ungläubig starrt Keiyuu den Blauäugigen an. Moment, hat er das jetzt richtig verstanden? Mit einem misstrauischen Unterton fragt er nach. "Du hast haufenweise Kohle und willst aber arbeiten. Und du suchst dir ausgerechnet diese Arbeit aus."
"Ganz genau. Das mag dir seltsam vorkommen, aber das ist mein Traumjob!"
"Wie kann das dein Traumjob sein?! Was zur Hölle ist daran toll, sein Geld mit Sex zu verdienen? Das ist doch voll… Wie kann man seinen Körper verkaufen, zumal du das Geld nicht brauchst!"
Wild gestikulierend rennt er im Kreis um Gackt herum. Seine Hände fuchteln wild durch die Luft und erst, als Isshi einen unterdrückten Schmerzensschrei von sich gibt, weil der Blonde auf seinem Fuß steht, unterbricht er seinen Vortrag. Mit fragend schief gelegtem Kopf und offenem Mund setzt Shou sich neben Isshi auf den Tisch.
"Kami-sama, du kannst aber viel reden. Ich mag dich, wollen wir morgen shoppen gehen?"
"Anou, darum geht es doch gar nicht. Gackt, ich erwarte eine Erklärung!"
"Warum nicht das Hobby mit dem Beruf verbinden?"
"Seit wann zählt Sex als Hobby?"
Darauf erwidert der Schwarzhaarige nichts, gähnend lässt Keiyuu sich auf die nächste Sitzgelegenheit sinken. Zufrieden mit Isshis Schoß als Sitzkissen und Shous Schulter als Kopfstütze schließt er seine Augen. Eine Weile schauen die anderen vier den kleinen Blonden perplex an.
"Sag mal, schläft der jetzt?"
"Hai."
"Ist das nicht ein bisschen unhöflich, mitten im Gespräch einzuschlafen?"
"Hai."
Vorsichtig zieht Shou die pinken Puschelhaargummis aus den blonden Haaren. "Wir sollten ihn ins Bett bringen. Welches Zimmer, Gackto-sama?"
"Zu Aoi, Ruki, Reno und Saga."
Besorgt schüttelt Shou den Kopf. "Wollen Sie ihn umbringen? Ein Uke, mit Saga in einem Zimmer!"
"Er ist nicht schwul, Saga wird ihn in Ruhe lassen. Sonst kriegt er Ärger mit mir und Alkoholverbot! Hey, Tora, Finger weg! Ich trag ihn!"
"Nein, ich will!"
Ja ja, Streit um Keiyuu.^^ Aber keine Chance, Jungs, der gehört Gackto-sama!
Chapter 3
Ein nerviges Pieken in Keiyuus Seite weckt ihn auf. Dabei hatte er doch gerade so schön geschlafen. Vorwurfsvoll schaut er zu dem Störenfried hoch. Aoi steht vor dem Bett, in dem der Blonde liegt.
"Was?!?? Ich hab geschlafen! Baka." Murrend rollt er sich auf die Seite und versucht, wieder einzuschlafen.
"Das ist schön, aber du liegst in meinem Bett."
"Wie kann es dein Bett sein, wenn ich drinne lieg?"
Seufzend hebt der müde Schwarzhaarige ihn kurzerhand hoch und setzt ihn auf den Boden.
"Urusai, ich bin müde und will in mein Bett. Deins ist das über Rukis. Der brünette Zwerg da."
Ein wütendes Knurren ertönt. "AOI, ich bin nicht klein! Grrr, sei still, Grr."
Verschlafen folgt Keiyuu dem sauren Gezeter und läuft gegen irgendwas.
"Aua, das war mein Kopf!"
"Gomen, war keine Absicht, aber es ist dunkel. Ruki desu?"
"Hai!"
Als er endlich die Leiter zu dem oberen Bett gefunden hat, macht er sich daran, sie zu erklimmen. Ungefähr auf halber Höhe geht die Tür auf und zwei lachende Personen betreten den Raum. Ein kollektives, genervtes Stöhnen kommt von Ruki, Aoi und einer weiteren, Keiyuu unbekannten Person. Vor Schreck fällt der Blonde von der Leiter und landet mal wieder auf dem Boden. In dem Dunkel glaubt er, Saga und Uruha zu erkennen, die sich… küssen?! Oh nein, die werden ja wohl nicht… Doch, werden sie. Müde beschließt Keiyuu, einfach auf dem Boden zu schlafen und die, äh… Fickenden zu ignorieren. Nach fünf Minuten wird es ihm aber zu viel. "Sagt mal, könnt ihr euch nicht leise gegenseitig vögeln?!? Ihr nervt! Geht dahin, wo ihr wohnt! HEEEY!"
Als die beiden ihn nicht beachten, schnappt er sich Rukis Kissen und prügelt damit auf die Brünetten ein.
"Meine Fresse, wenn ihr nicht leise sein könnt, dann geht woanders ficken! Kusch!" Unter Einsatz des Kissens scheucht er die Störer seines Schlafs vor die Tür.
"Hast du gerade Saga und Uruha rausgeschmissen?"
"HAI! Was fällt denen ein, so laut zu sein, sollen sie sich doch auf dem Flur…"
"Das geht nicht. Gackto-sama hat Sex auf dem Flur verboten."
"Grrrr, ist doch egal. Komm her, Keiyuu, du kannst bei mir schlafen."
"Arigatou, Ruki!" Planlos rennt er mit seiner neuen Waffe durch das Zimmer, bis Rukis Arme sich um seine Hüfte legen und ihn ins Bett ziehen.
"Ach, wie kawaii! Uke und Uke vereint."
"URUSAI! Grrrr, seid still, ihr Trottel. Grrrr! Hast du mein Kissen wieder mitgebracht?"
Zufrieden stopft er Ruki das Kissen unter den Kopf und drückt sich an den warmen Körper neben sich. "Oyasumi!" Mit einem leisen Seufzen gleitet er in sein Reich der Träume.
Tora. Ich bin ja meistens sehr nett, aber wenn du mich nervst kann ich auch ganz anders, und dann geht es dir dreckig. Klar?"
Mit zunehmender Blässe weicht Tora zurück, seelenruhig schlendert der Blauäugige zur Tür. Er dreht sich noch einmal um und lächelt Tora an. "Übrigens kenne ich Keiyuu länger als du glaubst." Dann macht er sich daran, Aoi zu suchen, fündig wird er in Keiyuus neuem Zimmer. Aoi sitzt mit Reno auf seinem Bett und sie lesen Digimon. Uruha und Saga liegen in Sagas Bett und holen ihr Vorhaben von gestern nach.
"Raus!"
"Was?! Sicherlich nicht!"
"Raus! Wozu hast du eigentlich eine Wohnung, Uruha?"
"Schon gut." Grummelnd rafft Uruha seine Sachen zusammen und zerrt Saga hinter sich her aus dem Zimmer.
Seufzend wendet er sich dem Brünetten zu. "Reno, würdest du bitte?"
"Schon okay. Bis später, Aoi!"
"Na, was ist, Gackto?"
Er lässt sich neben seinem besten Freund nieder und streicht ihm durch die Haare. "Ich mache mir Sorgen um Keiyuu."
"Ach? Warum? Noch ist doch gar nichts passiert, außer das Ding mit Byou. Also warum machst du dir so einen Kopf?"
Stöhnend vergräbt er sein Gesicht in den Haaren des Kleineren. "Eben hat Shou ihn an der einen Hand festgehalten und ich an der anderen, dann hat Tora ihn hochgehoben. Er ist total panisch geworden. Auch das Ding mit Byou, er verhält sich nicht normal. Byou hat versucht, ihn zu vergewaltigen und er steht einfach wieder auf und lächelt. Jeder normale Mensch wäre zumindest geschockt gewesen! Und er? Er tut so, als stünde das für ihn an der Tagesordnung!"
"Willst du mir erzählen, dass er öfters mal vergewaltigt wird?!?"
"Sowas in der Art. Außerdem ist mir noch was aufgefallen. Wenn man ihn an den Handgelenken festhält, wird er total unruhig."
Sprachlos schüttelt Aoi den Kopf. "Oh Mann, willst du neuerdings Detektiv werden? Lass es einfach, hör auf, daran zu denken."
"Wenn ich das könnte. Aber ich weiß nicht, wie."
"Ich wüsste was, Gackto. Wollen wir Schach spielen?"
"Müssen wir nicht, du liegst so oder so unten."
"Ach, und wie…" Klick. Missmutig starrt Aoi auf die Handschellen. "Scheiße! Die hast du immer bei dir, oder?"
"Hai!"
"Hast du deinen Erdbeerkuchen aufgegessen? Wir wollen weiter! *hüpf*" Unbegeistert stochert Keiyuu in dem rot-weißen Kuchen rum. Eigentlich mochte er Erdbeeren, aber irgendwie… "Hab keinen Hunger. Sag mal, dieser Typ gestern, Byou, ist der öfters da?"
Grinsend deutet Shin auf den Silberhaarigen neben ihm. "In letzter Zeit immer öfter und da sitzt der Grund. Laut Byou kann man unser kleines Teru-chan hier einfach am Besten auspeitschen. Aber du brauchst keine Angst zu haben, er wird dir nie wieder was tun, wir passen auf dich auf."
Angewidert verzieht der Blonde das Gesicht. "Stehst du ernsthaft auf diesen SM-Kram?"
"Schon, aber Ruki-kun ist noch krasser. Er steht auf Blut beim Sex. Angeblich legt er sich beim Küssen Rasierklingen in den Mund und auch wenn er jemandem einen bläst und er hat so Handschuhe, da sind Nadeln eingearbeitet. Ach, und er hat immer so ein kleines Skalpell dabei."
Ungerührt nuckelt Ruki weiter an seinem Lolli. "Und das weißt du bitte woher? Ist ja nicht so, als ob du es selbst erlebt hättest."
"Chiyu hat es mir erzählt! Als du mit ihm fertig warst, war er in einer ziemlich schlechten Verfassung und ich habe ihn getröstet."
"Er ist nie wieder gekommen, zu schade. Er hat so eine schöne Stimme, wenn er schreit. Hast du Interesse, Keiyuu?"
"Das gibt Ärger mit Gackto-sama", kommt es von Isshi.
Wortlos steht Keiyuu auf und klatscht Ruki seinen Kuchen ins Gesicht. "Nein, danke. Ich geh mal raus."
Beleidigt verlässt er das kleine Café und stellt sich vor die Glastür. Kami-sama, was macht er hier eigentlich? Zwei Stunden schon wird er von sechs Strichern durch die Läden gezerrt und kommt sich vor wie ein Hündchen.
"Keiyuu!"
Entgeistert wendet der Angesprochene sich um und schaut in das Gesicht seines besten Freundes. "Pon?"
Hai, Hiroto ist wieder da! *Applaus klatsch* Ach, und ja, ich weiß, es ist lächerlich, sich Ruki mit einem Lolli vorzustellen, aber er ist eben ein Uke. Oder ein Ampholyt? Egal... O_o
Chapter 4
"Kami-sama! Du bist es wirklich, ich hab mir solche Sorgen gemacht! Wie geht es dir? Was machst du denn jetzt? Hast du das neue Kingdom Hearts schon gespielt? Wo wohnst du jetzt? Und, oh, es tut mir so leid!"
Beruhigend tätschelt der Blonde Hiroto den Kopf, der sich in einem melodramatischen Anfall an Keiyuu geworfen hat und nun bitterlich weint.
"Ist ja gut, ich bin doch erst seit eineinhalb Tagen weg. Mir geht es gut, ich hab ein Dach über dem Kopf und… Es gibt ein neues Kingdom Hearts?!? OMG, das muss ich haben! Was tut dir leid?"
"Dass ich dich nicht verteidigt habe, du bist doch mein bester Freund! Verzeih mir!"
"Wer ist das, Kei-kun?"
"Hat auch eine schöne Stimme. *böse grins*"
"Ein UkeUkeUkeUkeUke für ein UkeUkeUke? Shin, das…"
"… ist eine Sensation, oder Jin?"
"Wie süß, möchtest du ein Taschentuch?"
"ES GIBT EIN NEUES KINGDOM HEARTS?! WO?"
"Shou, wen interessiert das jetzt? Grrr!"
Lächelnd dreht Keiyuu den immer noch heulenden Hiroto zu den neugierigen Strichern um.
"Das ist Hiroto, oder Pon, mein bester Freund. Sag hallo, Pon!"
"Konnichiwa."
Schniefend winkt er den fünf zu, als der Blonde das goldene Glitzern an Pons Finger sieht, reißt er erstaunt den Mund auf.
"Kami-sama! Du hast dich verlobt! In nur eineinhalb fucking Tagen, wo ich nicht da bin, hast du dich fucking verlobt! Das kann ja wohl nicht wahr sein! Wer ist der Glückliche?"
"Mit… Ich werde Toshiki heiraten. Kei, ich…"
Dem Älteren entgleisen die Gesichtszüge, als er den Namen seines Bruders hört.
"Toshiki…"
"Hör zu, wir sind schon Ewigkeiten zusammen und…"
"Freiwillig?"
Verwirrt wandert Pons Blick von dem Gesicht seines Gegenübers auf den Boden. "Ich… Wieso fragst du?"
"Weil mein Bruder ein gottverdammtes Arschloch ist."
"Wie nett."
"Klappe, Shou. Also nicht freiwillig. Meine Fresse, meine Familie ist echt das Letzte! Aaargh! Was sagen Mutter und Mai dazu?"
"Nun, deine Mutter ist seit dem Tod deines Vaters recht seltsam. Und Mai hat wohl kein Problem damit. Sie ist lesbisch!"
"Wirklich? Okay, meine Familie ist echt das Letzte und alles Homos."
Betreten schaut der Jüngere zu Boden. Beruhigend streichelt Isshi ihm über den Kopf. Lächelnd kniet er sich vor dem kleinen Blonden auf den Boden. "Alles ist gut. Tief durchatmen. Du kannst mir alles erzählen. Was ist los, Kleiner?"
"Toshiki ist so gemein, ich liebe ihn gar nicht! Ich muss aber so tun als ob, weil er gesagt hat, er wird sonst mein Leben zerstören. Er wird mich rausschmeißen und dafür sorgen, dass ich nirgendwo arbeiten kann! Ich… Ich hab Angst vor ihm! Ich mag es nicht, wenn er mich berührt und…"
"Schon gut. Shhh."
"Ich darf nie was allein machen und er ist immer so eigersüchtig. Und ich muss immer machen, was er will!"
Tröstend umarmt der Brünette den Weinenden. "Ist gut. Ich bin mir sicher, er liebt dich sehr doll. Deshalb benimmt er sich so seltsam."
"Hai!" Begeistert guckt Hiroto zu Keiyuu. "Keiyuu, wer ist der nette Onkel hier."
"Das ist Isshi, er ist ein Stricher!"
"EEETOOO?" Angewidert springt der Blonde auf und versteckt sich hinter Keiyuu.
"Das sind alles Stricher, also ich auch. Ich bin Shou und ich mag Lollis. Magst du auch Lollis?"
"Jaaaa! *vierstimmiges Kreischen*"
"Egal, woher kennst du diese bösen Leute?"
"Eben war ich noch ein netter Onkel. Er arbeitet mit uns! Nein, nicht so, wie du denkst. Er ist unser Empfangspuschelchen!"
"Kei-kun ist mein Freund, Teru hat Kei-kun LIIIIEEEB!"
"Wir wissen, dass er in Wirklichkeit ein Uke ist, oder Jin?"
"Er tut nur so sememäßig! Hai, Shin!"
"Er ist so niedlich, yam… Immer noch kein Interesse, Kleiner?"
"Er mag keinen Erdbeerkuchen! So gemein!"
"IIE! Ich bin kein Puschelchen! Kein -KUN, Teru! Ich bin weder das eine noch das andere! Und nein, Ruki, ich werde mich nicht von dir foltern und ficken lassen! Shou, ich mag Erdbeerkuchen! Waah!" Abrupt unterbricht Keiyuu seine Rede und versteckt sich hinter einer nahestehenden Grünpflanze.
"Hiroto, was wollen diese Leute von dir? Haben sie dir was getan?"
Stirnrunzelnd guckt Ruki von der Pflanze - Keiyuus Versteck - zu dem braunhaarigen Durchschnittsjapaner vor ihm. "Bist du sein Freund?"
"Ich rede nicht mit Gartenzwergen." - "Hey! Du bist grad mal zwei Zentimeter größer! Grrr!"
Arrogant wendet er sich Isshi zu. "Was wollt ihr von meinem Verlobten?"
Der Brünette öffnet den Mund, um zu antworten, aber der besagte Gartenzwerg kommt ihm zuvor. Mit einer angedeuteten Verbeugung überreicht er Keiyuus Bruder eine Visitenkarte. "Wir sind vom 'Seiko Watashi', dem besten Bordell in Tokyo! Dort gibt es nur hochqualifizierte Stricher, die alle eine Ausbildung zu ihrem Beruf haben, jeden Service, den Sie sich wünschen, viel Alkohol und sogar einen SM-Bereich! Für den bin ich zuständig, ich bin Ruki, meine Blutgruppe ist 0 und ich bin cool! Wir wollten dem Kleinen gerade unsere Dienste anbieten!"
Für genau 60 Sekunden scheint die Welt stillzustehen. In dieser Zeit weiten sich Pons Augen auf Tellergröße. Ruki grinst gemein, Isshi verdreht die Augen, Keiyuu fragt sich, weit wann es eine Ausbildung zum Stricher gibt und dann schlägt Toshiki mit der geballten Faust direkt in Rukis Gesicht. Ein recht unschönes Knacken begleitet von Keiyuus entsetztem Aufschrei und Hiro-pons lautem Schluchzen ertönt. Benommen taumelt Ruki zurück, bis er gegen eine Wand prallt.
"Was war das? Wer hat da geschrien?"
"Das war nur ich, ich hab mich so erschrocken. Gomen."
Erleichtert atmet der Blonde aus. Am Liebsten würde er seinen Bruder totprügeln, aber er hat Angst. Denn eigentlich weiß er genau, dass Toshiki viel stärker ist, das war sein Vater auch immer. Und jeden Streit hat er gewonnen, am Ende hat Keiyuu immer aus Angst klein beigegeben.
"Wag es nicht, diesen Mann hier anzufassen! Sonst schlag ich dich solange zusammen, bis du dich nicht mehr bewegen kannst!"
Er packt Hiroto am Kragen und schubst ihn in seinen Aston Martin. Mit Tränen in den Augen wirft der Kleine Keiyuu beziehungsweise der Pflanze einen letzten, ziemlich traurigen Blick zu. Dann fährt das ganz unwesentlich protzige Auto auf und davon.
"Und mal wieder löst dieses trottelige Mistding jedes Problem mit Gewalt! Wie geht es deiner Nase, Ruki?"
"Blutig."
Zum Beweis nimmt der Größere die Hand von der Nase und hält sie dem Blonden hin. "Willst du mal probieren?"
Angewidert beäugt der die blutverschmierte Hand. "Nein, danke, ich hab ja nichts gegen Blut, aber ich muss es nicht haben, wenn es aus deiner Nase kommt."
Schulterzuckend leckt der Brünette seine Hand ab. Seufzend nimmt Keiyuu Jin die Einkaufstüten ab und latscht lustlos Richtung Auto.
"Wo willst du hiiiin?"
"Am Liebsten nach Hause, wo eine nette Familie, ein süßer Hund und leckeres Essen auf mich wartet. ich möchte nicht so einen bescheuerten Bruder haben, der meinen besten Freund tyrannisiert. Keine bescheuerte Schwester, die mich hasst! Und keine bescheuerte Mutter, die sich einen Dreck um mich kümmert! Da ich das alles nicht haben kann, geh ich jetzt zu Gackt und fang einen Streit an. Mir ist langweilig."
"Moment, das war dein Bruder? Ihr seid euch ja sowas von gar nicht ähnlich! Du bist viel niedlicher."
"*Grrrr* Halt die Klappe, Teru. Er will nicht darüber reden, würde er ihn mögen, hätte er sich nicht hinter der Blume versteckt!"
"Nein, warte doch mal! Lauf nicht ohne mich weg, sonst verläufst du dich noch und ich bin Schuld. Keiyuu, warte!" Ganz gentlemanlike versucht Isshi dem Kleineren die Tüten zu tragen, aber irgendwie sieht Keiyuu das nicht ein und presst seine Beute an sich. Der Streit um die Einkaufstüten endet damit, dass Isshi den Stiefel des Blonden zu spüren bekommt und den Rest des Tages jammernd durch die Gegend rennt.
Chapter 5
Missmutig betrachtet er das neue Handy auf dem Tisch. Als er noch Zuhause gewohnt hat, hatte er ein ganz altes Modell. Das Teil konnte noch nicht mal Fotos machen und man konnte sich glücklich schätzen, wenn es überhaupt funktionierte. Jetzt hatte er das neueste und wahrscheinlich auch das teuerste Handy, welches Shou finden konnte. Isshi hatte seine neuen Jacken ausgesucht, Ruki seine Schuhe, Teru die Oberteile, Shin und Jin die Hosen beziehungsweise Röcke und sein Schrank ist absolut überfüllt.
"Gefällt der dir nicht?" Reno hat seinen Manga weggelegt und mustert jetzt den pinken Minirock, den Keiyuu gerade in der Hand hält.
"Nein, das würde ich nie freiwillig anziehen. Aber guck mal, sie haben mir ein ganzes Outfit dazu zusammengesucht."
Neugierig betrachtet der Brünette die rosanen Ballerinas, die pinke Netzstrumpfhose, das gerüschte Blusendingens in pink-weiß und das rosane Headpiece mit Federn.
"Ich glaube, das steht dir wirklich gut. Du würdest perfekt in einen Manga passen, als Pokemon könntest du Pummeluff haben oder…"
Keiyuu beschließt den sinnlos vor sich hin brabbelnden Reno zu ignorieren und stattdessen die Küche leer zu fressen. Er steht auf und läuft prompt gegen Gackt.
"Keiyuu, dich hab ich gesucht!"
"Warum?"
"Nur so. Ist das dein neues Handy? Ist dir das gut genug? Du hättest ruhig ein Teureres nehmen können."
"Es gab kein Teureres."
"Nummer?"
"Geht Sie nichts an."
"Tut's wohl! Ich bin schließlich dein Chef."
Beleidigt nennt er dem Schwarzhaarigen seine Nummer, kurz darauf klingelt das weiße Kommunikationsmittel. Verwundert geht Keiyuu ran. "Moshi moshi, wer ist denn da?"
"Haaallooooo? Wie geeeht es dir?"
"Sag mal, hackt's oder was?! Wieso rufst du mich an, wenn du grad mal zwei Meter neben mir sitzt?!" Langsam dreht er sich auf dem Absatz um und starrt Reno an, der in einer komischen Pose auf seinem Bett sitzt und zurückstarrt.
"Eeeh, wieso sitzt du so seltsam?"
"Ich cosplaye L."
"Er ist mangabesessen. Wenn Nao kommt, läuft er hier immer in einem Nami-Cosplay rum."
"Und Nao-sama ist Ruffy, nur leider nicht so dehnbar. Das wäre nämlich gut, weil…"
"Jaaa, schon gut. So genau wollte ich es gar nicht wissen… Lala lalala!" Innerhalb einer Sekunde ist Keiyuu aus dem Zimmer geflohen und Gackt wirft dem übermotivierten L-Cosplayer vorwurfsvolle Blicke zu. "Du hast ihn verschreckt!"
"Wer, ich? Niemals!"
"Doch, mit deiner sehr ausführlichen Erklärung, warum es besser wären, wenn Nao einen dehnbaren Penis hätte. Also das ist doch totaler Schwachsinn!"
"Nein, das wäre praktisch! Wenn einer von uns erkältet wäre, könnte Nao mich ficken, ohne mir zu nah zu sein und sich oder mich anzustecken!"
"Kami-sama… Das ist Schwachsinn…" Entgeistert über so viel Dummheit verlässt der Blauäugige das Zimmer
"Währenddessen geistert das hungrige Empfangspuschelchen Richtung Küche. Wenn er sich doch bloß erinnern könnte, wo diese ist…
Auf der Suche nach etwas Essbarem begegnet er einer wunderschönen Frau mit tollen, langen, blonden Haaren und einem unglaublich hübschen Kleid. Es sieht zwar ein bisschen nach Kostümfest aus, aber ist trotzdem einfach umwerfend.
"Oh… Sie sind sehr hübsch! Ich bin Keiyuu, das neue Empfangspu… Oh, kuso! Der neue Empfangsdame."
Gütig lächelt die blonde Schönheit ihm zu. "Danke, ich heiße Hizaki. Du kannst ruhig du zu mir sagen. *charmant verbeug*"
"Du hast aber eine tiefe Stimme für eine Frau."
"Das liegt daran, dass ich ein Mann bin."
Entsetzt hebt Keiyuu die Hände und legt sie auf die Brust seines Gegenübers. "Flach. Das kann nicht sein!" Kurzerhand lässt er sich zu Boden fallen und verschwindet unter Hizakis Kleid. Dieser starrt zuerst auf die Stelle, wo eben noch Keiyuu stand, lässt seinen Blick dann auf die Mitte seines Körpers wandern und wartet auf das Urteil des Kleineren. "Oh mein Gott! Du bist tatsächlich ein Mann! Oder hast du dich vielleicht umoperieren lassen?!"
"Nein."
"Hm, okay. Weißt du zufällig, wo die Küche ist?"
Getrieben von dem nagenden Hungergefühl in seinem Magen folgt er der Wegbeschreibung von Hizaki. Und, oh Wunder, er wird fündig!
"Hey, was macht ihr da?"
Er bleibt stehen und betrachtet Saga, Kazuki, Shin und Uruha bei ihrer Freizeitbeschäftigung. Shin ist an einen Stuhl gefesselt und gibt verzweifelt quietschende Laute von sich, was er gut hinbekommt, obwohl er einen ziemlich großen Dildo im Mund hat, der vorsichtshalber noch mit viel Tesafilm festgeklebt wurde. Saga und Kazuki zerfetzen gerade sein Hemd und machen dabei Gesichter, als ob sie ein großes Geschenk auspacken würden. Uruha sitzt pervers grinsend auf dem Tisch und filmt alles.
"Wir spielen Shin-chan-shong. Willst du mitmachen?"
"Nein, danke. Was macht man da?"
"Man fesselt Shin und lost mit Schere-Stein-Papier aus, wer ihn als erstes ficken darf."
"Macht er das freiwillig?"
"Na klar!"
"Wieso ist er dann gefesselt und geknebelt?"
"Er steht drauf!"
Irgendwie ist Uruhas Antwort nicht sehr zufriedenstellend, aber trotzdem hört er auf sein Bauchgefühl, und das führt ihn direkt zum Herd, wo ein brünetter Typ Pfannkuchen backt. Als Keiyuu anfängt zu sabbern und sein Speichel auf den Pfannkuchen zu tropfen droht, dreht der Typ sich um. Geblendet von diesem atomaren Sonnenschein stolpert er zurück.
"Ich heiße Kai. Ich bin cool und außerdem kann ich gut kochen."
"KEIYUU! Komm, wir gehen essen."
"Gackto-sama + Essen= hab dich lieb!"
"Dann lass uns gehen. Zieh bitte dieses süße, pinke Outfit an!"
Von einer Sekunde auf die andere ändert sich das freudig verfressene Lächelnd in Keiyuus besten - ziemlich lächerlichen - Todesblick.
"Sich-er-lich-N-I-C-H-T!!! Dann bleib ich hier!"
"Das wirst du nicht. Du kommst mit mir mit und ziehst an, was ich sage. Sonst kette ich dich an dieser Dunstabzugshaube fest und fick dich, bis du Schillers >die Glocke< auswendig aufsagen kannst und dein Arsch für die nächsten drei Tage höllisch schmerzen wird. Und wenn diese Schmerzen dabei sind, zu verschwinden, werde ich dich als Leibeigenen an Mana verkaufen! Und der wird dich den Rest deines Lebens als Sexsklaven halten, der all diese netten Sextoys ausprobieren muss!"
Sichtlich blass geworden entschließt der Jüngere sich, vielleicht einfach mal das zu tun, was Gackt ihm sagt.
"Hey, Keiyuu, weigere dich bitte, das zu tun. Ich würde das Ganze gerne filmen und da diese Kamera auch ton aufnehmen kann, werden auch deine Schreie zu hören sein."
Begeistert fängt Uruha an, ihm zu erklären, was für ihn der Reiz an Keiyuus lustvollen, aber trotzdem schmerzerfüllten Schreien wäre. Das Dämliche ist allerdings, dass er sich das Gelaber auch noch anhören muss. Denn selbst als er Richtung Zimmer flüchtet, verfolgt der Brünette ihn hartnäckig und hört einfach nicht auf, ihm irgendwelche uninteressanten Perversitäten zu erzählen. Entnervt gibt der Blonde auf und erlaubt dem Älteren, ihm beim Umziehen zu helfen.
>30 Minuten später<
"Musste das sein?" Gequält begutachtet Keiyuu sein Spiegelbild. Er kommt sich ziemlich pink vor, irgendwie. Aus welchen Gründen auch immer.
"Sieht doch süß aus! Ich wollte schon immer mal mein pinkes Make-Up an jemandem ausprobieren. Ich bin so ein Genie!"
Völlig fasziniert von sich selbst labert Uruha den schon wieder Manga lesenden Reno zu. "Mussten diese falschen, pinken Wimpern sein?"
"Es sieht niedlich aus. Gackto wird begeistert sein, du bist genau sein Stil."
"Sag, hab ich nur das Gefühl oder wollt ihr mich tatsächlich mit ihm verkuppeln?"
Breit grinsend tätschelt Aoi dem Pinken den Kopf. "Ich bin Gacktos bester Freund und ich kenne ihn gut. Er hat noch nie so viel Geld für jemanden ausgegeben, geschweige denn, dass er jemals jemanden in ein Restaurant einlädt. Außerdem macht er sich Sorgen um dich und er hat sein Auto für dich verliehen, das ist ein historisches Ereignis! Ich bin mir sicher, dass das mit euch was wird!"
"Und wenn ich Byou viel hübscher finde…", nuschelt er in seinen nicht vorhandenen Bart.
"Was?"
"Nichts, nichts."
Aber es stimmt ja, wenn er Gackt und Byou rein vom Aussehen her vergleicht, entspricht der Brünette eher seinen Vorlieben. Natürlich sieht Gackt auch umwerfend gut aus und ist wahrscheinlich auch netter, aber eigentlich steht er eher auf brünett.
Aber sowieso, als ob irgendwer von den beiden irgendwelche Gefühle für ihn haben könnte, wie lächerlich!
Betont fröhlich lächelnd tritt Keiyuu auf den Flur und wird prompt von zwei kreischenden Wesen umgerannt. Kopfschüttelnd schaut er Jin und Takeru hinterhe, die einem Ball nachlaufen. Deshalb hat Shin also keine Hilfe bekommen, sein Kumpel war mit was anderem beschäftigt. Keiyuus Handy klingelt, er geht ran.
"Keiyuu? Ich wünsch dir viel Glück! Ich bin mir auch sicher, dass du und Gackt perfekt zusammenpassen! Gib dir Mühe, sayonara."
"Aha. Reno hat ein neues Spielzeug. Mein Handy. Warum kauft er sich nicht ein eigenes?"
"Weil deins viel hübscher ist", haucht Tora ihm ins Ohr. Mit dem tödlichsten Killerblick, der ihm zur Verfügung steht, starrt er den Größeren an. Warum zur Hölle taucht der einfach aus dem Nichts aus, säuselt ihm ins Ohr und sieht schon wieder bekifft aus?!
"Du denkst, ich seh schon wieder bekifft aus."
"Hmpf. Lass mich in Ruhe! Und hör gefälligst auf, einfach plötzlich aus dem Nichts auszutauchen, verdammt, das nervt!"
Lachend nimmt das Tigerchen ihn an die Hand und zerrt ihn in das Zimmer nebenan. "Bevor du zu deinem Date mit Gackt gehst, müssen wir dich noch vorbereiten."
Etwas eingeschüchtert von den Bildern der vielen nackten Männer und den überdimensionalen Poster von Ayumu setzt Keiyuu sich auf ein Bett. "Nett hier. Ist das eine Sammlung da?" Stirnrunzelnd zeigt er auf die große Menge Sextoys auf dem Nachttisch.
"Hai, ignorier die ganze Dekoration einfach, aber Kazuki wohnt eben auch hier."
Um sich von der gruseligen Atmosphäre abzulenken, widmet sich der Blonde der kleinen, weißen Maus in ihrem andersartigen Käfig.
"Seh ich das richtig und diese Maus schläft in einem Peniskäfig?"
"Hm, was? Oh, du hast Milk gefunden! Kazuki hat seinen Käfig mit allem aus seiner Sammlung, was er doppelt hatte, dekoriert." Und wenn man vom Teufel spricht, prompt tritt der Brünette ein. "Und, wie war Shin?"
"Herrlich, wie immer! So, Keiyuu, Gackt war noch nie so bemüht um jemanden, das solltest du ausnutzen."
Er öffnet den Schrank und fördert Dinge zu Tage, von denen Keiyuu eigentlich gar nicht wissen will, für was sie gut sind. Letztendlich schmeißt er zwei Kondome, Gleitgel und puschelige Handschellen in die rosane Handtasche, die Tora ihm hinhält, und diese gibt er an den Kleinsten weiter. Mit einem ernsten Gesicht nimmt Kazuki Keiyuus Hände in seine eigenen.
"Gut, und jetzt der Plan. Versuch, so viel Alkohol wie möglich in ihn reinzukriegen, er wird zwar immer noch zurechnungsfähig sein, aber wahrscheinlich wird dadurch seine Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt. Wenn ihr zurückkommt, begleite ihn auf sein Zimmer. Er hat ein Metallbett, kette ihn mit den Handschellen fest. Du musst ihn nicht unbedingt weiten oder sowas, die paar Schmerzen wird er schon ertragen. Nimm keine Rücksicht, fick ihn so, wie du willst. Dann musst du das Kondom…"
"Stoooppp! Ich weiß, wie Sex funktioniert, aber ich will doch nicht Gackt ficken!" Entrüstet stürmt Keiyuu aus dem Zimmer, die Handtasche nimmt er aber mit.
So, das war also Chappi 5. Ach so, für alle, die es nicht wissen, laut Hikari ist Ayumu ein japanischer Pornodarsteller. Und hey, Kazukis Haustier hatte einen Gastauftritt! Ich liebe seinen Plan, obwohl es lächerlich wäre, wenn Kei-chan Gackto-sama fickt. O_O' Kann aber auch daran liegen, dass Gackt für mich das Seme schlechthin ist. Und trauern wir um Shous Großmutter, die bei den schrecklichen Ereignissen in Japan gestorben ist. T_T
Chapter 6
Staunend dreht Keiyuu sich einmal im Kreis, mit riesengroßen Augen sieht er sich um. Nachdem er vor Tora und Kazuki geflüchtet ist, wurde er von Gackt in dessen Cabrio durch ganz Tokyo gefahren, um schließlich vor diesem gaaar nicht teuer aussehenden Restaurant zu stoppen. Allein schon der Fußboden, ein strahlend weißer, spiegelglatter Boden. Der Weg zur Eingangstür wird von zwei riesigen Aquariumswänden begrenzt, in denen viele exotische Fische schwimmen. Vor der Tür aus weißem Mattglas steht ein Typ in weißem Anzug, als Gackt einen Arm um Keiyuu legt und ihn sanft Richtung Tür schiebt, verbeugt er sich und öffnet ihnen die Tür. Als sie an ihm vorbeigehen, verbeugt der Blonde sich flüchtig, richtet seinen Blick aber sofort wieder nach vorn. "Wow."
Auch hier ist fast alles in weiß gehalten, die einzigen Lichtquellen sind matt lila leuchtende Lämpchen in der Decke und das Fenster, welches eigentlich eine ganze Wand ersetzt. Da das Restaurant in einem Hochhaus ist, hat man einen wunderbaren Blick auf Tokyo bei Nacht. Von der Anhöhe aus, auf der sie jetzt stehen, führen fünf Stufen zu dem eigentlichen Raum. Eine Frau kommt auf sie zu und fragt, ob sie einen Tisch reserviert haben.
"Ja, auf den Namen Gackt."
"Gut, wenn Sie mir bitte folgen würden."
Sie führt sie zu einem Tisch, der etwas versteckt hinter zwei weiteren Aquarien steht. Und der Tisch selber sieht aus wie eine Kugel, die man in dünne Scheiben geschnitten und dann versetzt gestapelt hat. Auf der natürlich weißen Tischoberfläche steht eine lila Vase mit einer einzelnen roten Rose.
Jetzt schaut Keiyuu sich seinen Chef etwas genauer an. Er trägt eine schwarze Anzughose, ein schwarzes Jackett und ein dunkelrotes Hemd. An dem Ringfinger seiner rechten Hand steckt ein silberner Tribalring. Seine Haare sind dank des Lockenstabs leicht gelockt und natürlich fehlen auch die strahlend blauen Kontaktlinsen nicht.
Hm. Also eigentlich sieht er ja fast genauso aus wie Byou, und eigentlich hat er den ja auch nur gesehen, als der Brünette auf ihn eingeprügelt hat. Wie seltsam, und trotzdem hat er eigentlich eher das Gefühl, dass er eigentlich ein sehr netter Mensch ist. In Gedanken versunken spielt Keiyuu mit der Blume auf dem Tisch.
"Du siehst süß aus."
Verlegen weicht er dem Blick des anderen aus, verdammt, was soll das jetzt? Wieso wird ihm so warm, sonst kann er es doch auch nicht ausstehen, wenn ihn jemand als süß betitelt, aber aus Gackts Mund hört es sich so ehrlich und freundlich an. Egal, einfach gegen an gehen!
"Ich bin nicht süß!" Verzweifelt versucht er den Schwarzhaarigen wütend anzufunkeln, nur unglücklicherweise ist er gar nicht wütend.
"Doch, bist du, besonders, wenn du versuchst, gefährlich zu wirken." Grinsend winkt er die Bedienung heran und bestellt für sich selbst eine Flasche Rotwein und für Keiyuu Sekt.
"Was möchtest du denn zum Essen bestellen?"
"Anou, ich weiß nicht. Ich habe keine Ahnung, was das alles ist, aber hört sich alles gut an."
"Dann bestell ich für dich."
Nachdem die Bedienung wieder gegangen ist, fragt Gackt ihn, wie sein Tag heute war.
"Nun, ich wurde stundenlang durch die Stadt gezerrt, habe meinen besten Freund wieder getroffen, genauso wie meinen asozialen Bruder, und musste mir vorhin sinnloses Gelaber von Kazuki anhören. Alles in allem ein super Tag!" Obwohl die Stimme des Blonden vor Sarkasmus tropft, lächelt Gackt ihn charmant an und bittet ihn, das genauer zu erklären. Also erzählt er ihm alles ganz genau, nur seine genaue Familiensituation und Kazukis mehr oder weniger genialen Plan lässt er aus. Dummerweise fällt das dem Blauäugigen auf. "Was ist denn in deiner Familie und was hat Kazuki von dir gewollt?"
Ab Kazukis Namen nimmt seine Stimme einen ziemlich gefährlichen Unterton an und zum Glück kommt genau in diesem Moment die Bedienung mit ihrem Essen.
Heißhungrig fällt Keiyuu über seinen Teller her, auch wenn er nicht weiß, was das genau ist, irgendwas Französisches.
Ziemlich sprachlos beobachtet Gackt ihn dabei, wie er innerhalb von zehn Minuten alles aufisst. Gerade will er anfangen zu sprechen, als eine wohlbekannte Stimme ertönt.
"Na sowas, Ga-chan und mein zukünftiger Sklave. So eine Überraschung!" Und wer außer Mana würde in diesem Kleid und einer Frisur à la aufgeplatztes Sofakissen Gackt mit Ga-chan anreden. Und der Blick, der darauf folgt, macht dem Blonden wirklich Angst.
"Warum tauchst du immer dann auf, wenn ich dich nicht gebrauchen kann? Bleib doch einfach in deinem hässlichen Büro und ich komm zu dir, dann können wir uns in Ruhe streiten. Aber warum musst du immer dann auftauchen, wenn ich was Wichtiges zu tun habe?!"
"Hm… Was Wichtiges. Was möchtest du mir damit sagen, Ga-chan?"
"Was ich damit meine? Ach Schatzischnuckibärchen… verschwinde! Geh sterben, du hässliche Schlampe!"
Empört verschränkt Mana die Arme vor der Brust und funkelt den Schwarzhaarigen giftig an. Verschreckt öffnet Keiyuu den Mund, schließt ihn aber wieder, als Mana ihn wütend anschreit: "Klappe, Sklave!"
Sklave? Als er anfängt, den anderen Schwarzhaarigen übelst zu beschimpfen, wird der Jüngste wirklich sauer.
"Du nennst mich Schlampe?! Das sagt der Richtige, du hast dich damit bezahlt, dass ich dich so oft und wann ich will ficken kann. Nur damit ich dir deinen Traum erfülle, hast du mir erlaubt, frei über deinen Körper zu bestimmen und damit zu tun, was ich will. Und wenn ich gewollt hätte, dasss du dich von Reita, Satoshi und Kamijo gleichzeitig ficken lässt, das Ganze gefilmt wird und dann veröffentlicht, du hättest doch alles getan! Du hast all deinen Stolz weggeworfen und dich jedem angeboten, der dir hätte helfen können!"
"Ja, und als ich nicht mehr wollte, wolltest du mich nicht in Ruhe lassen und hast nicht kapiert, dass endgültig Schluss war!"
"Natürlich habe ich dich nicht einfach gehen lassen, das wäre dumm gewesen! Ich habe noch nie jemanden gefickt, der so eng ist wie du, Sex mit dir ist einfach geil! Warum hätte ich meinen persönlichen Sklaven wegwerfen sollen?"
Kami-sama, der macht auch alles zum Sklaven. Aber trotzdem, niemand, und der schon gar nicht, darf Gackt beleidigen. Zu diesem Schluss ist der Blonde gekommen und kippt Mana deshalb seinen Sekt ins Gesicht. Dann nimmt er Gackts Schüssel Tofusuppe und gießt sie über dem Kopf des Ältesten aus.
"Tofu steht dir."
Sprachlos zieht der andere ein Stückchen Tofu aus seinen Haaren und starrt dann mit offenem Mund Keiyuu an.
"Und mach den Mund zu!"
Schnell schnappt er sich seine Tasche und Gackts Hand, um an dem völlig perplexen Mana vorbeizuhasten, bevor dieser aus seinem salzsäulenartigem Zustand erwacht. Eine Weile laufen sie einfach nebeneinander her, als dann aber ein lauter Schrei ertönt, "Ich habe TOFU IN DEN HAAREN!!!", fängt Gackt an zu lachen und Keiyuu wird bewusst, was er gerade eben getan hat. Entsetzt sinkt er zu Boden und fängt an, vor und zurück zu wippen. "Kami-sama, was hab ich getan? Er wird sauer und mich bestrafen! Neeiin…"
Beschützend umarmt der Ältere ihn. "Du brauchst keine Angst haben, ich beschütze dich bestimmt!"
Halbwegs beruhigt lehnt er sich an den warmen Körper hinter ihm. Lächelnd streicht Gackt ihm durch das Haar. "Sag mal, was hast du eigentlich in deiner Handtasche?"
Zu spät registriert der Blonde, dass sein neues Kissen dabei ist, seine Tasche zu durchwühlen.
"Hattest du etwas Besonderes hiermit vor? Oder schleppst du immer Kondome und ein paar Handschellen mit dir rum?"
"Ja, immer! Anou… eher nicht. Kazuki hat mir das mitgegeben, damit ich Sie flachlegen kann. Bitte, das war nicht meine Schuld!
Mit einem ziemlich angepissten Knurren steht Gackt mit Keiyuu im Schlepptau auf, um mal mit Kazuki 'zu reden'.
Ungefähr vier Stunden später klettert Keiyuu die Leiter seines Hochbettes runter, um Aoi zu suchen. Vor der Tür stolpert er über etwas Weiches, Wimmerndes, was sich als Kazuki herausstellt.
"Was ist denn los?"
"Milk ist…" Der Satz wird von einem heftigen Schluchzen unterbrochen.
"Was ist denn mit deiner Maus?"
"ER WAR EIN HAMSTER!!! Er ist tot…"
"Oh, das tut mir leid."
"Und mein Arsch tut weh, deshalb liege ich auch hier. Dank Gackts Strafe kann ich nicht mehr so gut laufen. Er hat meine Sammlung an mir ausprobiert und er war alles, aber nicht rücksichtsvoll."
"Hm, kann ich irgendwas für dich tun?"
"Ja, du kannst mit mir schlafen."
"Iie, dann verreck doch!"
"Verdammt, wenn du nicht willst, verlier ich den Wettbewerb!"
"Welchen Wettbewerb?"
"Na, den Wettbewerb, an dem wir alle teilnehmen. Wer dich als Erster ins Bett kriegt, darf alle anderen auch einmal zum Uke machen!"
Kommentarlos steht Keiyuu auf und fragt sich mal wieder, womit er das verdient hat.
Chapter 7
>1 Monat später<
"Komm schon, Keiyuu. Ich werde sehr vorsichtig mit dir sein!"
"Iie!"
"Wenn du zustimmst, nehm ich für dich mein Nasenband ab!"
"Iiiieee! Warum sollte ich deine Nase sehen wollen, sie muss ja echt hässlich sein, wenn du sie unter deinem Klopapier versteckst!"
"Pffhahahahahahaha! Jetzt hat er es dir gegeben, Rei!"
"Klappe, Tora! Wenn du nicht aufhörst zu lachen, fick ich dich gleich."
"Reitaaa, drohst du etwas gerade meinem Kumpel?!? Okay, wer darf's denn nun heute sein?"
"Du! Anou, schon gut, Saga und Uruha."
"Viel Spaß! Und nein, Shou, ich will nicht mit dir schlafen, auch nicht, wenn du mich mit Erdbeeren zu bestechen versuchst. Geh zu Miku, der wartet jetzt schon über 20 Minuten auf dich. Oh, hallo Nao, was ist das heutige Cos?"
"Pikachu! Das Pokemon kommt in den Pokeball, Reno ist der Ball."
"Na dann, viel Spaß!"
Der kleine Blonde muss lachen, bei der Vorstellung, wie Reno als rot-weißer Ball aussieht. Grinsend stützt er seinen Kopf auf seine Hände und beobachtet Kazuki, der mit seinen zwei Hamstern spielt. Dieser Wettbewerb läuft noch immer, und mittlerweile beteiligen sich auch die Freier. Schließlich ist der Preis, dass man jeden hier einmal gratis ficken darf. Kazuki hat aber aufgegeben, der Grund: Im Gegenzug hat Keiyuu ihm zwei neue Hamster gekauft. Na ja, Milk 2 ist laut der Verkäuferin eine Hamsterdame, sieht aber aus eine Maus und Kazu hält sie für eine Reinkarnation von Milk, und Chocolat ist genauso weiß wie Milk 2 schwarz und eigentlich eine Maus, was alle außer Kazuki bemerkt haben.
Egal, die einzigen, die sich von Anfang an dem Wettbewerb enthalten haben, sind Shin, Jin und Teru, das sind eben waschechte Vollblutuke.
Wenn Keiyuu ehrlich ist, mag er diesen Job mittlerweile richtig gern. Er hat sich dran gewöhnt, dass Gackt sehr verwirrend auf ihn wirkt und gelernt zu ignorieren, dass er manchmal Dinge hört, die er gar nicht hören will. Eigentlich ist alles perfekt, alles, bis auf Pon, um den er sich Sorgen macht, und die Entscheidung Gackt oder Byou. Obwohl, Byou hat sich nicht wieder blicken lassen und…
"Guten Tag, ich würde gern… Keiyuu?!?"
Diese Stimme hat er doch schon mal gehört, wer ist das? Neugierig hebt er den Blick und kriegt fast einen Herzinfarkt. "Toshiki? Was machst du hier?"
Bei dem selbstgefälligen Grinsen seines Bruders läuft ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Wieso ist er hier, er will ihn nie wieder sehen, er erinnert einfach zu sehr an ihren Vater. Gewalttätig, absolut skrupellos und beängstigend.
"Na was wohl? Ich will Sex, was sollte ich sonst hier wollen? Dieses Kleid steht dir, anscheinend hast du einen Sinneswandel hinter dir. Du hattest doch immer was dagegen, deinen Körper zu verkaufen."
"Ich… arbeite nur als Empfangspuschel hier…"
"Wirklich, ich dachte, du hättest endlich bemerkt, dass du für nichts anderes gut bist als für Sex. Dein Körper ist das einzige, was man an dir gebrauchen kann. Vater hatte das erkannt."
"Lass mich in Ruhe, geh weg! Geh weg!"
Ängstlich presst der Blonde seine Hände auf die Ohren, er will nicht wieder daran denken müssen, niemals wieder. Sein Atem geht schneller, seine Stimme wird schrill. Sein Bruder umfasst seine Handgelenke und zieht seine Hände von den Ohren weg, so dass er ihm zuhören muss.
"Vielleicht sollte ich ja dich buchen, ich wette, du bist immer noch Jungfrau. Das ist doch peinlich, Brüderchen, du bist schon über 20 und hattest noch nie Sex. Du hättest damals einfach machen sollen, was wir gesagt haben, das waren doch alles nette Leute, die einfach nur deinen Körper wollten. Sie hätten dir bestimmt nicht wehgetan und wir hätten dich nicht bestrafen müssen. Aber nein. Komm, Keiyuu, schlaf mit mir!"
"Iiiiiiee! Lass mich los!"
"Pff… Du bist genauso nutzlos und übertrieben moralisch wie Hiroto."
"LASS MICH ENDLICH LOS! Und hör gefälligst auf, Pon zu beleidigen! Er hasst dich und kann dich eigentlich gar nicht ausstehen und bleibt trotzdem bei dir! Aus Angst, und weil er glaubt, du liebst ihn. Und dann kommst du doch tatsächlich hierher, weil das, was er dir gibt, dir nicht wirklich reicht! Und sowieso, jeder einzelne hier ist sowieso viel zu gut für dich! Du verachtenswertes Arschloch, du bist genauso bescheuert wie Vater!"
Endlich hat er mal den Mut zu sagen, gut, zu schreien, was er denkst. Sein Geschrei hat die Aufmerksamkeit von Miyavi an der Bar und von Hizaki und Kamijo auf der Treppe auf ihn gelenkt. Sie kriegen alle mit, wie Toshiki seinem Bruder so doll eine reinhaut, dass dieser gegen die Wand knallt, und sie alle reagieren gleich.
"GACKTO-SAMA! KEIYUU WIRD VERPRÜGELT!!!"
Mit vor Wut verzerrtem Gesicht würgt der Ältere seinen Bruder. "Wie kannst du es wagen, mich zu beleidigen, du wertloses Stück Scheiße?!"
"Wie kannst du es wagen, Keiyuu anzurühren?!"
Mit ein wenig Unterstützung von Kamijo, der Gackt eher davon abhält, Toshiki zu töten, schmeißt Gackt den Bösen vor die Tür.
Erschöpft lehnt der Blonde sich an Hizaki. "Alles in Ordnung, Keiyuu?"
"Mein Hals… hhh… tut weh."
"Ruh dich aus, morgen wird alles besser. Komm, ich helf dir."
Während er sich auf den anderen Blonden stützt, hofft er, dass er seinen Bruder nie wiedersieht.Am nächsten Morgen geht es Keiyuus Hals tatsächlich besser, die Druckmale an seinem Hals sind fast verschwunden, und er kann wieder sprechen, was er anhand von Selbstgesprächen feststellt. Und er ist verdammt müde, aber er hat auch ziemlichen Hunger. Also tappt er schlaftrunken in die Küche und schmiert sich etwas auf sein Brot. Schmeckt nach Erdbeere, und irgendwie sind da so eklige Kunststoffstücke drinne.
"Hast du mein Gleitgel gesehen, Keiyuu?"
"Iie."
"Oh, Kami-sama, du siehst ja schrecklich aus."
Saga kommt näher und lächelt ihn an. Das registriert der Jüngere aber gar nicht, er muss über das, was sein Bruder gesagt hat, nachdenken. In einem Punkt hat er recht, mit über 20 noch Jungfrau zu sein, ist peinlich. Das sollte er ändern. Fragend schaut er Saga an.
"Was? Kann ich dir irgendwie helfen?"
"Hai. Bitte fick mich."
"Was?! Wirklich?"
"Hai."
"Wirklich?"
"Hai."
"Echt jetzt?"
"Ja, verdammt noch mal! Oder willst du nicht?"
Mit einem breiten Grinsen nimmt er die Tube Gleitgel aus Keiyuus Hand. "Natürlich will ich, aber ich sollte dir vielleicht sagen, dass du gerade Gleitgel mit Glitter und Erdbeergeschmack isst."
"WAAASS?!" Entsetzt spuckt er alles, was er im Mund hat, auf den Boden. Dann nimmt der Brünette seine Hand. Und zieht ihn quer durch das Gebäude in sein 'Arbeitszimmer'. "Sonst stören wir die anderen noch beim Schlafen." Lächelnd schließt er die Tür und drückt Keiyuu sanft auf die Matratze. Keiyuu will noch was sagen, aber Saga bringt ihn mit einem Kuss zum Schweigen. Die weichen Lippen schmiegen sich an seine eigenen, er spürt den Körper des anderen, der mehr oder weniger auf ihm sitzt, er merkt, dass Saga seine Jeans öffnet. Um ihm zu helfen, hebt er sein Becken an und schon landet seine Hose irgendwo im Zimmer. Vorsichtig streicht der Ältere mit seinen Fingern über Keiyuus Oberschenkel. Und dieser starrt einfach ausdruckslos an die Decke. Es ist nicht, dass ihn die Situation kalt lässt, aber für ihn ist Saga ein Freund, und er kann sich eigentlich nicht vorstellen, mit jemandem Sex zu haben, den er nicht liebt. Aber egal, jetzt ist es eh zu spät.
Als Saga ihn bittet, sich auf den Bauch zu drehen, tut er dies widerstandslos. Und dann geht die Tür auf.
"Saga, was tust du hier? Und… Keiyuu???"
Entgeistert starrt Gackt von Keiyuus Hose, zu Sagas Hose und schließlich zum Bett.
"Ich geb dir jetzt einen sehr guten Tipp, Saga. Lauf!"
Und mir einer ungewöhnlichen Geschwindigkeit kommt der Brünette diesem Ratschlag nach.
Hai, das ist das vorletzte Kappi! Ich denke über den Titel nach, aber mir fällt einfach nichts ein... Oh, und das Gleitgel gibt es wirklich, kann man in gut sortierten Online Sexshops finden. xD
Chapter 8
"Es ist nicht schlimm! Es ist nicht schlimm! Es ist ganz normal, in anderen Ländern ist Sex vor der Ehe verboten! Nicht schlimm!"
Seit Gackt Saga verschreckt hat, redet Keiyuu sich in der Freizeit seiner Arbeitszeit ein, dass er mit niemand anderem Sex haben will, als mit dem Menschen, den er liebt. Das ist auch nicht wirklich das Problem, aber er liebt doch…
"Neeeiin, aus! Ich liebe weder den einen noch den anderen. Den einen kenn ich nicht, den anderen schon, aber ich lieb ihn trotzdem nicht! Niiieemaaals!"
"Wen liebst du nicht?"
"Gackt, ich lieb ihn nicht!"
"Dann ist doch gut. Anou…"
Verwundert betrachtet er den Brünetten vor ihm genauer. "Oh! Du bist doch Byou!"
"Hm, hai. Also eigentlich will ich mich entschuldigen, weißt du, manchmal trink ich einfach zu viel und dann tu ich Dinge, die ich nicht tun will. Anou… Es tut mir wirklich leid, ich hatte nicht vor, dich zu verletzen. Kann ich irgendetwas tun, um das wieder gut zu machen?"
Grinsend leckt der Blonde sich über die Lippen. Er könnte Byou lieben, es kommt auf den Versuch an. Und nicht Gackt!
"Also, als erstes könntest du mich jetzt mal küssen und dann könntest du mich zu einem Date einladen, damit ich dich besser kennenlernen kann. Ich heiß übrigens Keiyuu."
Gerade öffnet sein Gegenüber den Mund, als mal wieder Gackt hinter ihm auftaucht. Als er in das freundliche Gesicht schaut, breitet sich erneut ein warmes Gefühl in ihm aus, aber nein… ER LIEBT GACKT NICHT!!!
"Du wirst weder das eine noch das andere tun! Keiyuu, du hast jetzt frei, komm doch bitte mal mit."
Schweigend kommt er hinter seinem Arbeitsplatz hervor und folgt dem Schwarzhaarigen in die Küche. Er setzt sich und wartet erwartungsvoll.
"Hör bitte auf, ständig irgendwelche Leute zu fragen, ob sie dich küssen oder ficken. Nur, weil hier alle schwul sind, musst du das nicht auch sein."
"Ich bin weder hetero noch homo. Wenn du so willst, steck mich in die bi-Schublade, aber eigentlich ist es mir egal, ob jemand einen Schwanz hat oder nicht. Ich geh nach dem Charakter, wenn ich jemanden mag, ist das so. Und wenn ich Kazukis verdammte Maus oder eine Ziege liebe, ja und?!"
Für einen kurzen Moment erscheint ein Lächeln auf den Lippen des Älteren. "Woher hast du die Narben auf deinem Rücken? Guck nicht so, hab ich gesehen, als ich Saga verscheucht habe."
"Meine Familie…"
"Vollständige Sätze wären nett. Bitte, Keiyuu, es interessiert mich."
"Warum?"
Gackt holt tief Luft und fängt an zu erzählen.
>Flashback<
Es ist Winter und verdammt kalt, deswegen wundert Gackt sich über den blonden Jungen, der in T-Shirt und kurzer Hose auf der Parkbank sitzt. Verwundert geht er näher ran, sieht, dass dieser noch nicht mal Schuhe anhat. Die blonden Haare sind nass und kleben ihm am Kopf fest. Als er noch näher kommt, fällt ihm das Blut auf. Es ist überall, durch das T-Shirt sickert es genauso wie durch den Stoff der Hose. Seine Lippen sind aufgeplatzt, an der Schläfe ist eine kleine Platzwunde. Er zittert und seine Haut ist schon blau gefroren.
"Du solltest ins Krankenhaus gehen, das sieht nicht gut aus."
Der Junge hebt den Kopf und schaut ihn an, seine Finger krallen sich in sein Oberteil. Dann schüttelt er den Kopf. "Danke für Ihr Mitgefühl, aber das wird schon wieder. Es ist alles gut." Eifrig nickt er, als müsste er sich selbst davon überzeugen Nach kurzem Überlegend setzt Gackt sich neben ihn, öffnet seinen Mantel und wickelt ihn darin ein. Es ist eiskalt, aber langsam lässt das Zittern nach.
"Wie heißt du, Kleiner?"
"Keiyuu."
"Möchtest du mir erzählen, was mit dir passiert ist, Keiyuu?"
"Nein, es ist nicht wichtig, ich bin nicht wichtig."
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass du für jemanden wichtig bist. Lächle mal."
Ein kleines, schmales Lächeln schleicht sich auf die blutigen Lippen. "Warum sind Sie so nett?"
"Ich glaube, weil du gerade Hilfe brauchst und weil du so niedlich guckst. Vielleicht auch, weil du so niedlich bist."
"Danke."
"Gern geschehen."
Dann schließt er die Augen und genießt die Wärme des anderen.
>Flashback Ende<
"Ich weiß gar nicht, wie lange das her ist. 10 Jahre? Auf jeden Fall kann ich mich immer noch daran erinnern. Das ist der Grund, weshalb ich mich für dich interessiere. So, und jetzt du."
"Gut, anou… Meine Familie besteht aus mir, meinem Bruder, meiner Schwester und meiner Mutter. Mein Vater ist vor eineinhalb Monaten gestorben. Schon bevor ich geboren wurde, hat mein Vater das Familienunternehmen von seinem Vater übernommen. Aber die Geschäfte liefen eine Zeit lang sehr schlecht. Die Firma drohte, bankrott zu gehen und mein Vater musste sich mit allen, die ihm helfen konnten, gut stellen. Also hat er mich verkauft, ich war acht Jahre alt und es war eine unvorstellbare Vorstellung, dass ich mit meinem Körper machen lasse, was andere wollen. Ich habe mich zwar nicht vergewaltigen lassen, aber die fanden es lustig, mir Angst zu machen. Obwohl mein Vater ja trotzdem Geld bekommen hat, hat er mich bestraft. Und später, als es der Firma wieder gut ging, hat er mich einfach aus Spaß gequält, zusammen mit meinem Bruder. Sie beide sind einfach nur asoziale Sadisten. Im Keller, da hatten sie sich ihren ganz persönlichen 'Hobbyraum' eingerichtet." Er holt tief Luft und schüttelt den Kopf, erzählt dann weiter. "Man muss sich das Ganze wie eine flexible Streckbank vorstellen. An der Decke waren Handfesseln und im Boden einbetoniert Fußfesseln. Die Ketten der Handfesseln konnte man verstellen, wie man wollte, also entweder ganz kurz oder ganz lang. Meistens wurde ich mit irgendwas geschlagen oder sie haben mich so lang mit Elektroschocks gequält, bis ich das Bewusstsein verloren hab. Oder sie haben mir Schriftzüge in die Haut geritzt. Einmal haben sie mir beide Arme und Hände gebrochen, meine Mutter hat immer geglaubt, ich sei einfach sehr ungeschickt. Sie hat nie was davon mitbekommen, hätte ihr wahrscheinlich das Herz gebrochen. Es gibt im Internet sogar Videos davon."
Auf seinem Handy sucht er die Seite und zeigt Gackt dann ein Video. Entsetzt starrt er auf den Bildschirm, wo man Keiyuu sehen kann, der ein verkabeltes Halsband trägt, das anscheinend immer wieder heftige Elektroschocks durch seinen Körper jagt. Er schreit und schreit, fleht den Mann hinter der Kamera an, aufzuhören, aber der lacht nur. Letztendlich fällt sein Kopf zurück und man sieht, dass ihn jemand mit schweren Stiefeln immer wieder in den Bauch tritt.
"Kami-sama…"
"Vieles habe ich oft gar nicht mitgekriegt, manchmal haben sie mich unter Drogen gesetzt oder gezwungen, was weiß ich wie viel Alkohol zu trinken, damit ich nicht so schreie. Ich weiß nicht, was sie noch alles gemacht haben, vielleicht haben sie mich auch vergewaltigt, aber ich hab's nicht mehr gemerkt.
Auf jeden Fall sollte ich eine Rede halten auf der Beerdigung meines Vaters und ich hab ihn übelst beschimpft. Dann haben sie mich rausgeschmissen."
Die ganze Zeit hat er geredet, ohne auch nur die kleinste Gefühlsregung zu zeigen, doch jetzt schimmern Tränen in seinen Augen. "Die Narben auf meinem Rücken sind davon, dass sie mich so lange mit Metallstangen geschlagen haben, bis es anfing zu bluten, und dann haben sie gewartet, bis sie zwei Liter hatten und dann musste ich mein eigenes Blut trinken." Eine Träne rinnt über seine Wange, beruhigend nimmt Gackt ihn in den Arm. "Shh. Sie werden dir nie wieder wehtun."
"Ich weiß, aber jetzt musste ich daran denken und… Gomen… Bitte beschützen Sie mich!"
"Bestimmt, ich werde nicht zulassen, dass dir irgendjemand wehtut, niemals wieder!"
Er löst die Umarmung und umfasst Keiyuus Hände. "Egal, was es kostet, ich werde dafür sorgen, dass du glücklich bist. Und wenn ich dafür töten muss, ich werde dich auf jeden Fall glücklich machen!"
"War das gerade ein Liebesgeständnis?"
"Hai."
"Sagen Sie es mir auch richtig?"
"Ich liebe dich, Keiyuu, und ich werde dich nie wieder gehen lassen!"
"Dann bin ich beruhigt."
Als Gackt sich vorbeugt, um Keiyuu zu küssen, bricht auf dem Flur Jubelgeschrei aus.
"Wie schön, ein Happy End!"
"Klappe, Tora!"
"Hey, deswegen müsst ihr mich nicht alle anschreien!"
"DOCH!"
"Schon gut…"
"Hey, ihr beiden, alles Gute!"
"Danke, Aoi."
♥Ende♥
So, das war's. Ich weiß Keiyuus Alter nicht genau, deswegen habe ich die Angaben so ungenau gehalten. Nya, hoffe, es hat trotzdem gefallen.
Bai bai.
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