Sainan
Disclaimer: Die Personen gehören immer noch sich selbst und ich verdienen hiermit kein Geld.
Claimer: Die Idee ist aber doch meine!
Genre: Drama, Shonen-ai
Pairing: Uruha x Reita x Aoi (The GazettE)
Status: Abgeschlossen
Beta-Leser: Hikari-chan, auch wenn sie's nicht gern macht 
Kapitel 1
Es ist deine Schuld! Es ist allein deine Schuld, dass ich jetzt hier stehe, deine Schuld, dass mein Leben jetzt enden wird. Allein du!
Reita, doch ich bitte dich, mach dir keine Vorwürfe. Schließlich habe ich mich in dich verliebt, ich konnte nicht aufhören, an dich zu denken und du kannst nichts dagegen machen, dass du Takeru liebst. Auch wenn es von deiner Seite eine reine Zwecksbeziehung ist.
Aber andererseits, du hast noch nicht einmal darüber nachgedacht. Du hast mir gleich gesagt, dass du mich nicht willst. Ich schließe die Augen und erinnere mich zurück...
"Reita?"
"Hm... Was ist, Ruha?"
"Also ich... Reita?"
"Wahaas?"
"seufz~ Reita, ich muss dir was sagen. Ich wollte... also, ääh... Rei-chan, sei nicht böse, aber ich... ich liebe dich!"
Stille.
"seufz~ Uruha. Erstens, nenn mich nicht 'Rei-chan'. Zweitens: Bist du eigentlich so dämlich oder tust du nur so? Baka, ich bin mit Takeru zusammen!"
"Du nutzt ihn nur aus!"
"Uruha, nein! Lass mich damit in Ruhe!"
Und dann ist er gegangen, seitdem ertränke ich meinen Kummer in Alkohol. Aoi schleppt mich nach Hause, damit ich nicht vergewaltigt werde und am nächsten Tag geht das ganze von vorne los. Und er hat jeden Tag größere Schwierigkeiten mich zu retten, da meine Outfits immer gewagter werden und mein geiler Körper lädt ja geradezu ein, mich flachzulegen. Niemand kann wiederstehen, nur Reita. Naja, und alle anderen aus der Band, sie retten mich vor Saga. Ständig ist er da und versucht an mich ranzukommen, neulich hat Aoi ihm fast den Kiefer gebrochen.
Ich öffne die Augen und schaue in den grauen Himmel. Der Wind weht durch meine Haare und zerstört meine heilige Frisur, Regen fällt vom Himmel und vermischte sich mit meinen Tränen.
"Reita, ich liebe dich. Ich kann nicht mehr neben dir stehen ohne dich berühren zu dürfen. Ich kann einfach nicht mehr. Vermisst mich nicht, lebt wohl."
Das ist mein Abschiedsbrief. Ich stehe hier auf dem Dach des PSC-Gebäudes. Reita war immer für mich da, vor unserem ersten Auftritt hat er mir Mut gemacht, er hat mir immer geholfen. Anders als Aoi, mein bester Freund. Der rettet mich aus allen peinlichen Situationen, in die ich mich reinreite. Und doch, Reita ist geil, er ist intelligent, cool, nett... Fakt: Ich liebe ihn.
"URUHAAA! Nicht!" Ich wende den Kopf, gesamt GazettE kommt aus dem Treppenhaus gerannt. Reita hat meinen Abschiedsbrief gefunden. Ich mache noch einen Schritt nach vorn. "Ruha! Nein, bitte! Nicht!" Ruki heult. Doch mein Blick ruht auf Reita. Leise sage ich: "Ich liebe dich! Bitte werde glücklich." Ich winke, Reita bleibt stehen und starrt mich an. Aoi ist schon fast bei mir, ich lächle und... springe! Gerade als Aoi meine Hand nehmen will. Kopfüber rase ich dem Boden entgegen, dem Tod. Ich presse die Augen zu und bereite mich auf den Schmerz vor.
Kapitel 2
Miyavi war bunt, er war groß, er wollte Kai! Er wollte Kai küssen, ihn flachlegen und dann wollte er ihn heiraten! Und ein Kind.
Doch zuerst musste er ihn flachlegen, zu diesem Zweck hatte der Solist einen Wagen voller weicher, warmer Federkissen. Sein Angebeteter sollte es bei seinem ersten Mal mit einem Mann bequem haben.
Er würde seinen ganzen Proberaum voll Kissen legen, Kai reinlocken und dann mit seinem unglaublichen Charme verführen. Genauso würde er es machen. Peeerfekt. Er schaute nach oben gen Himmel. Der Wagen hatte kein Dach und man konnte perfekt in den regenverhangenen Himmel schauen.
Da raste ihm etwas Schwarzes entgegen. Ein Vogel? Nein, ein, ein... URUHA?!?
Im selben Moment hörte man einen herzzerreißenden Schrei. "URUUUHAAA! Nein! Biiitte. Du... Darfst... NICHT... sterben!"
"Ruukiii, verdammt, wir wissen, dass du Sänger bist. Brauchst uns deine Stimme nicht vorzuführeeeheen!"
Und da schlägt Uruha in die Kissen ein. Eine Wolke von Federn umhüllt ihn und Miyavi.
"Man, besoffen, oder was? Die Uruhas fliegen heute ziemlich tief..." Trappelnde Schritte kommen näher.
"Miyaviii! Lebt er noch?" Ruki kommt um die Ecke, der Rest der Band folgt ihm. Miyavi beugt sich zu Uruha runter und horcht. "Hai! Er lebt, ist aber bewusstlos... Hey, warum ist er da runtergefallen?"
Keiner beachtet ihn, Aoi sinkt neben dem Anderen zu Boden und umarmt ihn. Reita zündet sich eine Zigarette an und rückt sein Nasenband zurecht. Kai und Ruki rufen einen Krankenwagen. "Heey, Aoi. Was ist hier passiert? Hattet ihr beide Ehekrach oder wie?" Aoi wird knallrot und vergräbt sein Gesicht in Uruhas Haaren, da kommt Reita: "Er hat versucht, sich umzubringen, aber dein Kissen-gleich-Sex-mit-Kai-Wagen war im Weg."
"Hai, zum Glück. Oh Miyavi, tausend Dank, ich würde alles tun, um dir zu danken!"
"Oh, Kai-chan, wirklich alles?" Reita verdreht die Augen und verschwindet, während Kai rot anläuft und vor Miyavi flüchtet.
Uruha ist blass, Blut läuft seine Schläfe herunter. Aoi mustert ihn. Sie hatten alle gemerkt, dass er in letzter Zeit traurig war. Er hatte noch mehr gesoffen als sonst, ständig Löcher in die Luft gestarrt und war immer völlig unkonzentriert gewesen. Aoi machte sich Sorgen und jetzt das hier.
Reita war darauf gekommen, er war an ihnen vorbei gesprintet und sie waren ihm gefolgt. Ruki hatte als Zweiter eins und eins zusammengezählt.
Aoi seufzt vor sich hin, während der Krankenwagen ankommt. Sie nehmen ihm Uruha weg und er wird gebeten, die Eltern zu informieren. Aoi wird niemanden anrufen, Uruha hat keinen Kontakt zu seinen Eltern. Schweigend fährt er mit Ruki und Kai ins Krankenhaus.
Nur Reita kommt nicht mit. Er sagt, er habe noch eine Verabredung mit Takeru. Wahrscheinlich wird der Arme morgen mal wieder nicht laufen können. Reita nutzt den kleinen Sänger gnadenlos aus. Das tut er immer, genau wie mit Pon. Der wurde allerdings von Shou gerettet, nachdem Reita ihn bei seinen Vergewaltigungsversuchen mal das Handgelenk gebrochen hatte. Pon hatte Reita verziehen und an die unzähligen Male, wo Reita ihn flachgelegt hatte, konnte er sich eh nicht mehr erinnern, da er vorher immer abgefüllt worden war.
Der einzige Unterschied, Reita war mit Takeru zusammen, er war zwar lieb zu dem Kleinen, aber nur wenn dieser ihm gab, was Reita wollte. Reita ist nicht so schlimm wie Saga, der Bassist von Alice Nine, aber er ist genau so ein Arschloch. Uruha ist nicht so, er ist zwar zickig und ziemlich dämlich, aber er ist lieb. Reita dagegen legt alles flach, was große Augen und den Dackelblick hat.
"Naja, wir lieben ihn doch trotzdem!", sagt Ruki und antwortet auf Aois fragenden Blick: "Du hast laut gesprochen! (^^) Aber jetzt sollten wir uns auf Ruha konzentrieren."
Kapitel 3
Ich öffne die Augen und schaue an eine weiße Zimmerdecke, ich schaue zur Seite und sehe weiße Möbel, weiße Gardinen und eine weiße Wand. Ich schaue an mir runter, weißes Nachthemd (jaa Nachthemd, Kai fand es lustig, mich hier reinzustopfen... *drop*) und meine Haut ebenfalls weiß.
Ich bin seit ungefähr einer Woche hier, die Ärzte sagen ich hatte Glück. Der Kissenwagen hat den Aufprall gedämpft. Das Resultat meiner Aktion: Gebrochenes Handgelenk sowie Bein und eine Platzwunde an der Stirn.
Glück, wie könnt ihr das sagen, ich wollte doch sterben.
Kai und Ruki waren schon fünf Mal hier, um mich zu besuchen. Aoi kommt jeden Tag zwei Mal. Er bringt mir immer Blumen und Schokolade mit.
Er unterhält sich mit mir, macht mir keine Vorwürfe. Nicht so wie die Ärzte. Sie sagen, ich soll leben, für mich, für meine Freunde, für die Fans... Während sie das alles sagen, schweigt Aoi, er sagt Nichts, doch ich kenne ihn lang genug, um zu sehen, wie sehr ihn der Suizidversuch verletzt hat.
Nur Reita war noch nicht da.
Ich schaue auf, als es klopft, eine Schwester: "Es ist Besuch da!" Ein nur allzu bekannter, blonder Schopf schiebt sich durch die Tür. Kami-sama, Reita ist da. Plötzlich kommt mir die Welt so rosa vor und überall schweben Charlies(1), die singen, ich soll mir eine Banane ins Ohr stecken.
"Reita", hauche ich.
"Ruha! Hey, was machste denn für Sachen? Wie geht's?" Er hat dieses Lächeln drauf, also eigentlich ist es ein Grinsen.
"Hm, den Umständen entsprechend." Ich hebe meine läddierte Hand. Reita beugt sich vor und nimmt diese.
Mein Herz klopft wie wild, und als Reita meine Hand küsst, gebe ich ein entsetztes Keuchen von mir. Er richtet sich auf und meint: "So, jetzt heilt sie ganz schnell und bald kannst du wieder Gitarre spielen." Ach so, darum geht's...
Meine Miene verdunkelt sich und die Charlies stürzen ab. Anstatt rosa ist alles wieder weiß. Weißes Zimmer, weißer Uruha.
"Hey, alles gut? Bist ja kreideweiß. Ruha?"
"Hm, ne, ne. Alles toll. Setz dich mal lieber dafür ein, dass ich hier rauskomm. Hier ist alles weiß, ich hasse diese Farbe!" Ein Lachen, ich starre ihn an, beuge mich vor und roll mich zusammen.
"Du bist traurig, was... Ich... Uruha, du musst nicht... Ich mein, weißt du... DAS KANNST DU DOCH NICHT MACHEN! WARUM DENN?"
Ich schaue ihn an, senke den Blick, um mich dann aufzusetzen und ihm mitten ins Gesicht zu sagen: "Das weißt du ganz genau!" Ich schließe die Augen und warte auf seine Reaktion.
Plötzlich drückt er mich mit dem Rücken auf mein Bett, er sieht nicht sonderlich freundlich aus. Und dann, dann küsst er mich doch ernsthaft! Vor Schreck zucke ich zusammen und versuche mich zu befreien. Ich will nicht von ihm geküsst werden, wenn er das nur tut, um mich ruhigzustellen. Aber Reita ist viel stärker als ich, ich habe gar keine Chance und sonderlich viel Bewegungsfreiraum bleibt mir eh nicht, da er auf mir sitzt. Als ich meinen Widerstand aufgebe, lässt er meine Arme los, um meine Haare zu verwuscheln.
Zögerlich erwidere ich den Kuss, seine Lippen sind so weich, und er riecht nach... Parfum?!? Reita benutzt kein Parfum, nie!
Er löst den Kuss und springt vom Bett, geht zur Tür. Verdattert starre ich ihn an, was soll das denn jetzt? Er dreht sich um: "Als Entschädigung für deine Knochen, war ja meine Schuld... Und Uruha, wenn du schlau gewesen wärst und wirklich hättest sterben wollen, dann... Dann hättest du vorher geguckt, ob da was steht. Das macht man so, du Versager."
Dann geht er. Und mal wieder lässt er mich verwirrt und mit gebrochenem Herzen zurück. Versager also... Schon wieder laufen mir Tränen über die Wangen, schluchzend wippe ich vor und zurück.
"Uru-chan?" Erschrocken fahre ich herum. Aoi steht in der Tür, der Schwarzhaarige sieht besorgt aus. Verheult gucke ich ihn an und frage ihn leise: "Wusstest du, dass Reita Parfum benutzt?"
Uruha ist total aufgelöst, Aoi steckt die Rosen, die er mitgebracht hat, in eine Vase und setzt sich neben seinen besten Freund. Er lächelt den Brünetten aufmunternd an.
"Nein, wusste ich nicht. Wie hast du das herausgefunden?"
Stille, dann sage ich leise: "Er hat mich geküsst... Und weißt du, dass er ganz weiche Lippen hat?"
"Nein, das wusste ich auch nicht... Uruha?"
"Hhmhm?"
Aoi hebt ein Blütenblatt vom Nachttisch auf und fragt dann ziemlich beunruhigt: "Warum hat Reita dich geküsst?"
Falsche Frage, Uruha bricht wieder in Tränen aus. Aoi nimmt ihn in den Arm und aus dem Gestammel des Brünetten interpretiert Aoi Folgendes:
1. Uruha sagt Reita, dass er ihn liebt.
2. Reita ist gemein und hat ihn abgewiesen.
3. Uruha ist verzweifelt.
4. Uruha ist suizidgefährdet.
5. Reita küsst Uruha als Entschädigung.
6. Reita ist wieder gemein.
Und Aoi, der ist geschockt, vorsichtshalber fragt er nochmal nach: "Also, du bist jetzt traurig, weil ReiRei ein Arschloch ist und kein Happy End für dich in Sicht ist?`"
"Hai! Ich will glücklich und zufrieden mit ihm leben!"
"Weißt du, das könntest du auch... mit mir glücklich und zufrieden leben. Ich kann dich genauso glücklich machen." Und schon zum zweiten Mal an diesem Tag wird Uruha geküsst. Es ist nur eine leichte, flüchtige Berührung ihrer Lippen und doch schlägt Aoi das Herz bis zum Hals. Endlich, wie lange hatte er sich das gewünscht. Jetzt hatte er Uruha doch noch gesagt, was er fühlte. Doch dann fällt ihm wieder ein, was für ein Problem sein Freund hat und er steht auf. Uruha ist knallrot im Gesicht und betrachtet eingehend den Boden.
"Hey, Uru-chan, ist schon gut, ich weiß ja, dass du niemandem wehtun willst, mein kleines Sensibelchen!"
"SENSIBEL?!? Sag mal, geht's noch? Geh und steck dir dein 'Sensibelchen' sonstwohin, du Schlampe!" Aha, Uruha, the Diva, is back. Gazette ist wieder vollständig. Aoi grinst und geht, Uruha sitzt auf seinem Bett und denkt nach. Reita, Aoi, das ist alles so schrecklich kompliziert und...
Er lässt sich in die weißen Laken fallen und umarmt sich selbst. Er weiß, warum er Schluss machen will, leben ist so anstrengend und schmerzhaft. E denkt an Reita, und mit diesen Gedanken sinkt er in einen unruhigen Schlaf.
(1) Charlie the Unicorn auf Youtube. Im dritten(?) Teil kommt das Lied.
HAI! Die ersten drei Kapitel sind fertig! (^^)
*freu a Kouki* 
Kapitel 4
Reita ist nicht wiedergekommen, ich bin nicht traurig, aber ich fühle mich einsam. Denn Aoi kommat auch nicht mehr. Also benutze ich mich selber als überdimensionale Anziehpuppe. Schminken, abschminken, Strapse anziehen, Strapse ausziehen. Ich sitze auf meinem Bett und starre die Tür an, ich setze mich auf die andere Seite des Betts und starre die Wand an.
Ein geregelter Tagesablauf und doch bleibt genug Zeit, um nachzudenken. Und denken ist ganz schlecht, das endet immer in Tränen und spätestens dann muss ich mich wieder abschminken. Ich verbringe den Tag also mit rumsitzen, mich langweilen und heulen. Ich muss auch zu einer Therapie, aber das Einzige, was wir erreicht haben ist... wir hatten Sex. Er ist süß und als er auf meine 'Beziehungsprobleme' zu sprechen kam, da habe ich ihn flachgelegt. Er war hinterher so verschreckt, dass wir die Therapiestunden jetzt damit verbringen, uns anzustarren. Naja, ich therapiere ihn, er hat neuerdings (seit mir) eine Vorliebe für Männer. Sprich, oh scheiße, ich bin ja doch schwul!
Ich höre noch nichtmal mehr Musik. Wenn es still ist, fühle ich mich besser, alles Laute tut mir im Kopf weh, nervt mich, es ist unerträglich.
Ich betrachte gerade ein Foto, es wurde nach einem Konzert aufgenommen. Auf dem Bild sind Reita, Ruki und ich zu sehen. Reita ist dabei, Ruki zu erwürgen, während dieser mir den Nasentanga zuwirft. Ich muss lächeln, wie froh wir alle aussahen. Damals war Reita total besoffen gewesen und Ruki war hinterher mit einem blauen Auge nach Hause gegangen.
Und schon sind sie wieder da, die Tränen rollen über meine Wangen. Als ob es irgendetwas bringen würde, klammere ich mich an mein Kissen.
Warum, warum, warum? Warum Takeru und nicht ich? Laut schreiend zerfetze ich die Bettdecke und lasse mich anschließend auf den Boden sinken. Zitternd und schluchzend liege ich auf dem weißen Boden in einem weißen Zimmer. Meine Fingernägel krallen sich in den Stoff des Kissenbezugs. Wenn ich mir das Kissen jetzt aufs Gesicht presse, dann werde ich ersticken. Dieser Gedanke blitzt in meinem Kopf auf. Da ich jedoch weiß, dass man aus Reflex loslässt, greife ich automatisch zu meinem Nachttisch, wo zuhause immer eine lange Schnur liegt. Hier im Krankenhaus ist sie jedoch nicht da.
Na toll, sowas Geiles.
"Ruha-chaaan! Was machst du denn daaa?" Deprimiert auf dem Boden liegen, du Depp! Moment mal, Sagaa?!? Was habe ich an, ein Nachthemd...
Ooh nein. Aber zu spät, schon sitzt der Alice Nine-Bassist neben mir und umarmt mich. Schnell versteck ich mein Gesicht in dem Kissen, er muss ja nicht sehen, dass ich geheult habe. Man, Uruha, was ist bloß aus dir geworden?
"Sag mal... hast du eigentlich Boxer oder einen String unter deinem schicken Kleid an?" Und dann tatscht mir dieser Perverse doch tatsächlich unter mein Nachthemd und streichelt meine Haut. "Das geht dich nen feuchten Keks an, du elende Schlampe!" Und mit diesen Worten verpasse ich ihm eine schallende Ohrfeige. Wütend starre ich ihn an.
"Ruha-chan, alles okay? Du hast ja geweint!" Entsetzt zeichnet er die Tränenspuren auf meinem Gesicht nach. Unwirsch schlage ich seine Hand weg.
"Worum geht's, du Depp?"
"Du kommst hier raus. Aoi und Reita sollen laut Nao die Ärzte bedroht haben. Dein Fuß ist soweit in Ordnung, dass du humpeln kannst und deine Hand ist auf dem Wege der Besserung. Na los, zieh dich aus... ähm an. Wir wollen los oder soll ich dir beim Nachthemd helfen?" Ein anzügliches Grinsen schleicht sich auf sein Gesicht und schnell schiebe ich ihn zur Tür.
"Nein danke, sooo ich komme gleich. Warte draußen!"
Meine Sachen sind schnell gepackt und nach einer gut investierten Stunde stimmt auch mein Make-Up und meine Frisur wieder. Als ich auf den Flur trete, wartet Saga schon.
"Ach, kommt Madame Uruha auch nochmal."
"Sei bloß still. Mein Aussehen ist eben wichtig! Und jetzt fahr mich nach Hause, bitte."
Ich pflanze mich auf den Beifahrersitz seines Autos und schließe die Augen. Saga versucht mehrmals ein Gespräch anzufangen, gibt jedoch bald auf.
Nach einer Weile stutze ich. "Saga, wo fährst du denn hin?"
"Wonach sieht's aus?" Auf jeden Fall nicht nach meiner Wohnung.
Diesen Weg gehe ich normalerweise, wenn ich zu den Bandproben will... Mir schwant Böses.
"Saga, bitte, ich möchte nach Hause."
Schweigen.
"Sagaa, wenn du mich jetzt nach Hause fährst, dann...
dann werde ich mit dir ins Kino gehen, ich bezahle!"
Stille.
"Dann darfst du mit mir reinkommen und mit mir meinen Alkoholvorrat leersaufen und dann darfst du mit mir schlafen..."
Okay, das ist mein Trumpf. Ist sowieso eine gute Ablenkung, bitte fahr mich nach Hause. Er scheint zu überlegen, meint dann aber: "Verlockendes Angebot, aber nein. Ach komm, wir freuen uns alle schon total. Alle haben dich sehr vermisst. Und mach dir keine Sorgen, offiziell heißt es, du seist gestolpert." Gestolpert? Ach, wie originell...
"Und wer weiß die Wahrheit?"
"Naja, Gazette, Miyavi, ich und die anderen von Alice Nine eben." Klar, Saga. Ich kenne ihn schon seit ein paar Jahren und wir sind gute Kumpel. Miyavi, na, der Kerl ist schon in Ordnung. Der Rest von Sagas Band, ich bin mit allen befreundet, sie sind nett.
Der Wagen hält, ein paar Sekunden lang überlege ich, mich stur zu stellen, einfach sitzen zu bleiben. Letztendlich steige ich doch aus. Zusammen gehen wir auf die große Glastür zu, als ich sie öffnen will, muss ich lächeln. Irgendjemand hat im ganzen Eingangsbereich Luftballons und Luftschlangen verteilt. Ich trete ein, da fällt mir etwas um den Hals. Miyavi... "Ruhaaa!?! ~hüpf auf und ab~ Da bist du ja, ach wie habe ich dich vermisst." Er plappert auf mich ein, während nun auch Alice Nine, SuG (ohne Sänger), Gazette (ohne Reita) und eben alle anderen, die hier bei der PSC sind, auf mich zustürmen. Ich werde von allen Seiten geknuddelt und gekuschelt, vollgelabert und umarmt.
Sie haben ein riesiges Banner bemalt, da steht 'Willkommen zurück, Uruha!" Überall sind lachende Leute, bunte Farben, es ist entsetzlich laut. Zu laut, ich kneife die Augen zusammen und öffne sie erst wieder, als ich eine mir wohl bekannte Stimme höre.
"Hey, ihr tötet ihn gerade. Er kann kaum noch atmen."
Reita und Takeru kommen auf mich zu. Mir läuft es eiskalt über den Rücken, Tränen treten in meine Augen, als ich die beiden zusammen sehe. Schnell blinzel ich die Tränen weg, da hält Kai mir ein Stück Torte unter die Nase. "Für dich, als Willkommens-Kuchen. Hab ich selbst gebacken." Er setzt stolz sein bestes Grinsen auf.
Reita verzieht angewidert das Gesicht, als ich die rosa Torte probiere. Es schmeckt gut, nach Erdbeeren. Ich lächle Kai schwach an, um zu signalisieren, dass es mir schmeckt. Ein erfreutes Grinsen ist die Belohnung für mein Lob.
Zum Glück verlieren sie das Interesse an mir, ich verkrümel mich in eine Ecke und versuche nicht zu heulen. Allerdings schrecke ich auf, als eine pinke Jeans auf meinem Kopf landet. Erschrocken drehe ich mich zu den Grünpflanzen hinter mir um. Und ja, mein böser Verdacht bestätigt sich. Reita und Takeru. Durch die Blätter hat man einen sehr guten Blick auf den nackten Rücken meines Angebeteten. Natürlich trägt er sein Nasenband. Kopfschüttelnd wende ich mich ab. Hinter Blumen, tse, wie dreist!
Krampfhaft versuche ich mich auf mein Stück Torte zu konzentrieren. Nicht an Reita denken. Nein, aus! Stöhnend schlage ich meinen Kopf gegen die Wand. Warum kann dieser Mensch nicht aus meinen Gedanken verschwinden?
Okay, ich muss mich ablenken, egal wie.
"Na, alles klar?" Aoi.
"Hm? Ja, türlich." Ich schlage weiter meinen Schädel gegen die Wand. Das muss seltsam wirken, aber egal.
"Du guckst so leidend Außerdem zerstörst du gerade deine Frisur. Hängt es vielleicht mit... Grünpflanzen zusammen, dass du versuchst, die Tapete zu töten?"
Bingo, genau ins Schwarze getroffen, mein Lieber.
Es ist nicht so, dass ich Reita sein Glück nicht gönne, aber es geht ja nicht um Liebe sondern um Sex. Er bricht nicht nur mir, nein, auch Takeru das Herz. Warum ist dieser Mensch so rücksichtslos und WARUM habe ich mich in ihn verliebt? Warum ist das Leben so gemein und böse?
Während ich mich mit diesen Warums beschäftige, kommt Mr. Nasentanga hinter seiner Blume hervor. Na das ging aber schnell. Auch Aoi zieht fragend die Augenbrauen hoch. Reita grinst mich an und kommt auf mich zu.
"Hey. Bist du fertig? Ich will los." Verwirrt starre ich ihn an.
"Ja, dann geh doch." Gut, ich bin endgültig völlig irritiert, er schuldet mir ja keine Rechenschaft.
"Ruha, hast du's noch nicht mitgekriegt? Du wohnst jetzt bei mir." Bei Reita, in einer Wohnung, wir werden die selbe Luft atmen...
Mir kommt nur ein Wort in den Sinn: NEEEIIIINNN!
Kapitel 5
Wenn man das Gefühl hat, entweder bricht jetzt die Welt zusammen oder das Paradies steht wieder auf, dann ist das ein Scheißgefühl. Man fühlt sich, als ob man eine schwere Krankheit hat, von dieser geheilt wird und dafür eine tödliche Krankheit kriegt.
"W... Wer hat das entschieden?" Ich verfluche es, dass meine Stimme zittert, dass meine Augen feucht werden. "Ähm... Aoi, glaube ich."
Ach ja, und ich verfluche Aoi. Wütend drehe ich mich um, renne auf meinen besten Freund zu und verpasse ihm einen gezielten Faustschlag.
Erschrocken hält er sich seinen Kiefer, auch Ruki, Shou und Kai sind vollkommen entgeistert. "Uruha? Was...?" Ich bin total sauer, ich packe meinen schwarzhaarigen Freund am Kragen und schreie ihn an.
"Du verdammtes, hinterhältiges Arschloch! Willst du mir so helfen? Das ist die dümmste Idee, die du je hattest! WIE KONNTEST DU DAS TUN?!" Alle glotzen mich an, Aoi auch, erschrocken, verletzt, traurig.
"Was denn?" Wenn Blicke töten könnten, wäre die Hälfte von Gazette jetzt tot. Ich bin fest davon überzeugt, dass auch Ruki für den Umzug gewesen ist.
"Uru-chan ist nicht begeistert davon, zu mir zu ziehen. Warum auch immer..." Am Liebsten würde ich ihn erwürgen, ich schreite zur Tat, allerdings erwürge ich weder Aoi noch Reita sondern mich. Ich huste. Wenn ich tot bin, ist alles vorbei.
Sie rufen und schreien mich an, versuchen mir meinen Schal wegzunehmen. Aber ich ziehe weiter an meinem verkrüppelten, selbstgestrickten Schal.
Moment mal, wer zur Hölle umarmt mich da gerade in Polizeigriff-Manier? "Lass das, Uruha!" Klar, Reita, wer sonst. Ich sehe schon bunte Punkte, gleich ist es geschafft. Ich huste nochmal, ich kriege keine Luft. Da umarmt mich jemand von vorne und küsst mich. Küsst...?!? Wer zur Hölle? Moment mal, was machte denn Reitas Hand in meiner Hose?!? Erschrocken lasse ich den Schal los, ein Fehler, schon ist er weg, Selbstmord adé... *drop*
Auch die fremden Lippen und die Hand verschwinden. Vor mir steht Aoi, hinter mir Reita.
"WAS SOLLTE DAS DENN?" Aoi ist knallrot im Gesicht, Saga lacht sich schlapp, Handy in der Hand.
"Man, das sieht aus, als hättet ihr Gruppensex. Darf man mitmachen?"
"NEIN!" Drei Schläge auf einmal, der Arme ist K.O.
"Uruha, du hast nicht losgelassen, also ähm, mussten wir dich schocken."
Ja, ist euch gelungen. Ach nee, halt, bin ja noch sauer. Mit dem Fuß tappend fixiere ich Aoi. Im giftig gucken war ich schon immer gut.
Ruki erlöst ihn: "Also hör zu! Du bist unter der Bedingung, dass du unter Beobachtung stehen wirst, aus dem Krankenhaus rausgekommen. Da du keinen Kontakt zu deinen Eltern hast, musst du bei einem von uns wohnen. Ich wohne momentan bei meinen Eltern, Kai bei Miyavi und Aois Wohnung wird gerade renoviert und er lebt zur Zeit in einem Hotel. Also bleibt nur Reita..."
Okay, das ist logisch... "Warum musst du deine Wohnung gerade jetzt renovieren?"
Schluchzend brech ich auf dem Boden zusammen. Es ist mir egal, was die anderen denken. Und wo zur Hölle kommen schon wieder die Tränen her?
Scheiße, mit Reita unter einem Dach. Ich werde garantiert leiden, Takeru kommt ihn doch bestimmt besuchen und dann... Neiheihein!
"Hey, Ruha?"
Reita zieht mich hoch, ich schwanke, mir wird schwarz vor Augen und dann falle ich.
Als Aoi den Brünetten schwanken sieht, läuft er los. Gerade rechtzeitig, der Jüngere kippt genau in Aois Arme. Er ist ohnmächtig, seine Stirn ist kochend heiß. "Er hat Fieber... Reita, bring ihn ins Bett und kühl ihn irgendwie."
Behutsam nimmt dieser den Strapsenträger in seine Arme. Er hebt ihn hoch wie ein kleines Kind. Aoi wundert sich mal wieder über den blonden Bassisten. Wie sanft er sein kann, wie Aoi gehört hatte, war er im Bett nicht so nett... Äh, das sind die falschen Gedanken.
Der Schwarzhaarige sieht Reita und Uruha hinterher. Kopfschüttelnd nimmt er sich ein Stück Torte. Er liebt Uruha, keine Frage, da dieser jedoch Reita anbetet, muss er sich mit dem zufrieden geben, was er hat. Uruhas Freundschaft, und damit, ihn glücklich zu sehen.
"Und wenn Reita sich auch nur einen Fehltritt erlaubt, wird er sterben. Erwürgt von einer Grünpflanze", murrt Aoi in seinen nichtvorhandenen Bart.
Gedankenverloren stochert der Gitarrist in der rosa Torte. Aoi kann nur hoffen, dass Reita an seinem Leben hängt.
Kapitel 6
Anmerkung: Reita hat ein Problem. Womit soll er Uruha kühlen? Aber er ist ja
sehr kreativ (^^) ReiRei, you schaff that!
Als Uruha aufwacht, tut sein Fuß weh. Liegt vielleicht daran, dass er gestern gelaufen ist. Das Zweite, was er bemerkt, er hat Nichts an. Als Drittes fällt ihm auf, dass er im Arm von jemandem liegt. Um genau zu sein, umarmt Reita ihn. Er hat nur sein Nasenband an. Uruha überlegt, er denkt, er wird knallrot. Sein Atem geht stoßweise.
"UWAAEEEEEH!" Ich springe aus, stolpere und falle hin. Hektisch gucke ich mich um. Moooomeent. Warum liegen meine Klamotten ordentlich zusammengefaltet auf einem Stuhl? Normalerweise schmeiße ich sie in irgendeine Ecke und räume sie am nächsten Tag auf. Wtf? Hatten Reita und ich...? Nein! ReiRei ist vielleicht ein Sexbesessener und gefühlskalt, aber er ist Takeru treu. Oder?
"Rei? Hey!..." Ich rüttle ihn an der Schulter, klettere wieder ins Bett und schüttle ihn. Mir bleibt fast die Luft weg, als er mich an sich drückt und irgendwas von 'nur noch einen Moment' murmelt. Resigniert seufze ich auf. Wie friedlich er wirkt, was er wohl träumt. Hoffentlich von mir, nun gut. Vorsichtig kuschle ich mich an seine Brust. Er ist kühl, ich schließe die Augen, vorsichtig streiche ich mit meiner Hand über seinen Oberkörper.
"Ruha, was machst du da?"
"Öhm, da war ein Fussel..." Gute Ausrede!
"Ach so, an meinem ganzen Körper?" ... Keine gute Ausrede, er grinst, beugt sich vor, er wird mich doch nicht küssen, oder? Nein, er legt die Hand auf meine Stirn.
"Schön, dein Fieber ist gesunken."
*Reitas kreative Lösung Klappe die Erste*
Uruha ausziehen, Reita ausziehen, zwei Stunden ins Gefriertruhe hocken, zu Uruha legen, Reita unterkühlt, Uruha heiß=perfekt
Haste gut gemacht ReiRei ~tätschel~
Und schon ist er weg. "Ruha? Deine Klamotten sind in dem Schrank, äh und in den Kisten. Du hast zu viele Sachen." Suchend durchwühle ich die Unmengen von Klamotten, ah gefunden. Schnell schleiche ich ins Bad, um mich im Eiltempo dertig zu machen. Obwohl ich mich immernoch frage, warum ich nichts anhatte heute Morgen, versuche ich mich jetzt auf Reita zu konzentrieren. Was er mir auch mehr als leicht macht. Er sitzt am Tisch über seiner Schüssel Müsli und hat sich großzügigerweise wenigstens eine Hose angezogen. Er schautr auf als ich eintrete. Wie immer, wenn ich ihn sehe, kann ich nur staunen. Wie perfekt er aussieht und dieses leichte Lächeln auf seinen Lippen, einfach wunderschön. Seufzend lasse ich mich auf den Stuhl gegenüber sinken. Sein Hunger scheint nicht allzu groß zu sein, lustlos stochert der Blonde in seiner Schüssel.
"Kein Hunger?"
"Mir tut die Hand weh, glaube ich habe mir einen Gefrierbrand und eine Erkältung geholt."
Ach, und woher? "Du musst aber etwas essen. Das ist wichtig!" Mit diesen Worten stelle ich mich neben ihn und fange an, ihn zu füttern.
"Niiicht! Ruha, lass das!" Grinsend versucht er, mich wegzuschieben.
"Mach den Mund weeiit auuuf. Ahhhh."
"Eeeeh."
"Nicht Eh, Ah! So, ein Löffel für den Ruki, ein Löffel für den Kai, ein Löffel für den Aoi..."
Mit diesem Prinzip kriege ich halbwegs erfolgreich die pampigen Cornflakes in ihn rein.
"Hey, du musst auch etwas essen."
"Hm? Nein, ich muss abnehmen. Im Krankenhaus war das Essen furchtbar fettig, deshalb habe ich zugenommen."
Suchend schiebt er mein T-Shirt hoch und begutachtet meinen Oberkörper. Seine Hände streichen über meinen Bauch, ich muss mir ziemlich viel Mühe geben, ihn jetzt nicht sofort flachzulegen. Ich wünschte, die Zeit würde stehen bleiben, ich wünsche mir, ihn nie wieder loslassen zu müssen.
"Hmm... Also ich finde, du bist genauso schlank wie immer. Ich glaube, du kannst gar nicht zunehmen."
Ach, er ist so charmant, lächelnd zupfe ich mein T-Shirt zurecht. Aber das muss er gerade sagen, er ist zwar nicht zierlich, aber total stark und schlank. ~hechel~ Er ist sooo [...] sexy.
Uups, jetzt war ich so in mein Anbetungsritual vertieft, dass ich nicht bemerkt habe, wie er den Raum verlassen hat. Zum ersten Mal fällt mein Blick auf die Umgebung, Müll, Schmutz und Aschenbecher, wohin man schaut. Oh mein Gott. Kami-sama, wie kann man so unordentlich sein? Das letzte Mal, als ich hier war (ist ein paar Jährchen länger her), war es nicht so unordentlich. Ookaay, Putzaktion go!
Als Aoi und Reita die Wohnung des Bassisten betreten, trifft zumindest einen von beiden der Schlag. "Wie... wo... was... wer... wann? ~Augen weit~ HIIIILFEEEE! Uruha, was ist passiert? Alles in Ord...?!?"
"Jaha!" Uruha in einem Maid-Kleid, er sieht original aus wie eines dieser Mädchen in den Maid-Cafés, ein Putzlappen in der Hand und wunderschön, wie Aoi findet. Er lächelt nicht, wie so oft in letzter Zeit, wirkt er angespannt und bedrückt.
"Hey, ich wollte mal vorbeischauen und gucken, wie es dir geht. Wo hast du dieses Kleid her?"
"Das lag im Schrank, mir gehört es nicht, dir Reita?" Reita wird rot, Reita ist wütend, sauer schnauzt er Uruha an: "Nein! Ist nicht meins! Wieso... ich... DANKE, DASS DU AUFGERÄUMT HAST!"
"War wohl seines... Uru-chan, nicht weinen, hey, nicht, alles ist gut. Ich beschütze dich vor dem gemeinen Reita."
Schniefend steht Uruha vor Aoi, der Schwarzhaarige ist stinksauer. Er geht auf Reitas Schlafzimmer zu. "Aoi? Glaubst du, ich hatte Sex mit Rei? Ich bin heute Morgen nackt neben ihm aufgewacht..."
"Woher soll ich das wi... WAAASS?" Gut, jetzt war der Typ fällig, wie konnte dieser perverse Pädophile den Zustand von seinem Uru-chan nur so ausnutzen? Mit einem Killerblick der Extraklasse stürmt Aoi in Reitas Zimmer. "Jetzt hör mir mal zu, du Arschloch: WENN. DU. URUHA. NOCH. EINMAL. AUSNUTZT. DANN. BIST. DU. TOT.!!!"
Reita verwirrt, Aoi mordlustig, Uruha aufgelöst.
"Hey, ich habe Uruha nichts getan, was nicht gut für ihn wäre!" Jetzt ist Aois Sicherung draußen. Eine Hand legt er an Reitas Hals, mit der anderen tastet er nach seinem Taschenmesser.
"Halt, Aoi, ich habe doch nichts getan..."
"Weißt du, ich glaube, ich werde dich kastrieren, dann wirst du Uruha nie wieder etwas tun."
In dem Moment kommt Takeru zur Tür herein, er sieht: Aoi und Reita auf dem Bett. Aoi kniet über Reita und macht sich an seinem Hals zu schaffen.
Takeru vergisst kurzzeitig, wie man den Mund wieder schließt. "Reita, warum? Warum betrügst du mich?"
Da fasst Uruha sich ein Herz: "Aoi! Lass das, es ist bestimmt ein großes Missverständnis." Seine Augen sind von Tränen verschleiert. Aoi lässt von Reita ab und mustert ihn grimmig.
"Hör mal, Reita, es ist mir egal, was passiert ist, aber wenn du... wenn du Uruha in irgendeiner Weise verletzt, dann mach dich auf was gefasst. Ich liebe Uruha und ich lasse nicht zu, dass du ihm wehtust. Ich bin glücklich, wenn er es ist, also mach ihn gefälligst glücklich, ist das klar? Ich erlaube niemandem, den Menschen, den ich liebe, zu verletzen!"
Takeru ist gerührt, Uruha heult, Reita: "Warum bist du dann nicht mit ihm zusammen?"
"BAKA!" Faustschlag, wütend rennt Aoi aus der Wohnung. Uruha klappt stöhnend auf dem Boden zusammen, während Takeru auf Reita zustürmt. Glücklich, dass dieser ihn nicht betrügt.
Als schon wieder ein Kleidungsstück auf Uruhas Kopf landet, gibt er ein jämmerliches Schluchzen von sich und flüchtet. Er geht Joggen, für eine gute Figur muss man etwas tun.
Kapitel 7
Keuch, keuch. Kami-sama, ich habe keine Kondition mehr. Diese Monate im Krankenhaus, es waren zwei, haben mich echt fertig gemacht. Zudem tut mein Fuß höllisch weh, ich kann nur noch langsam vor mich hin humpeln. Und wenn ich schon dabei bin, es regnet. Meine Klamotten sind total durchweicht und ich friere. Aber ich bin lieber hier draußen allein, als da drin bei Reita und Takeru. So sehr ich Reita auch liebe, er hat ein Geschick dafür, auf den Gefühlen anderer Leute herumzutrampeln. "Kuso, jetzt ist mein Make-Up zerstört..." Woran der Regen, als auch ich und meine elenden Tränen Schuld sind.
Es muss schon dämlich wirken, wie ich hier hechelnd, heulend und vollkommen fertig durch die Gegend humpel. Ich kann nicht mehr. Blöde Idee, blöder Takeru, blödes Leben.
"Ruha..." Ein leises Murmeln dringt an mein Ohr. Obwohl es so kalt ist, fühlt sich mein Haut kochend heiß an. Langsam gehe ich auf die Stimme zu. Es ist so neblig, man kann nichts sehen. Ich stolpere, wimmernd hebe ich den Kopf. "Ruha!" Es ruft mich jemand, Reita? Die Erde fängt an zu schwanken. Kuso, was soll das? Ich schleppe mich weiter und trete plötzlich ins Nichts. Ein Schrei entfährt mir und ich falle, na ja, rolle irgendwo runter. Wo bin ich? Was mache ich?
Ein stechender Schmerz durchfährt mich, aber ich kann mich nicht bewegen. Eigentlich will ich das auch gar nicht, ich will, dass es endlich vorbei ist.
Die Stimme ist weg, es ist still, ich kann nur den Regen hören. Er erdrückt alles, macht die Welt still und friedlich. Prasselnd fällt er auf die Erde, auf mich. Ich muss mir die Stimme eingebildet haben. "Reita, ich..." Ich liebe dich, vollende ich in Gedanken den Satz. Lächelnd blinzle ich in den Regen. Ach Reita, ich vermisse dich, wenn du nicht da bist, ist mein Leben so sinnlos, obwohl... es ist auch so sinnlos.Wie ich, mich braucht... niemand. Keiner hat mich je gebraucht oder gewollt, nie. Ich bin völlig unnötig, selbst meine Eltern wollen mich nicht, haben mich nie akzeptiert. Meine Existenz, sie ist unnötig, schluchzend kralle ich meine Finger in meine Haare. Ich kann nicht mehr. Warum? Warum will mich keiner? Es fängt an zu gewittern, atemlos schaue ich mir die Blitze an. Kami-sama, lass mich von einem Blitz treffen.
Hai, ich hoffe, es gefällt euch bis jetzt. Urus Depressionen habe ich so beschrieben, wie ich mich manchmal fühle. (^^)
Kapitel 8
Schwärze, Schreie, wieder Stille, Schmerzen, alles ist verschleiert durch einen grauen Nebel. Eigentlich kriege ich gar nichts richtig mit.
Wer ist da? Lasst mich doch einfach in Ruhe abkratzen. Warum höre ich da Cassis im Hintergrund? Ich mag dieses Lied. Da habe ich ein ganz tolles Solo. Es ruft mich jemand. Wer? Wer will was von mir?
Eine Berührung, jemand umarmt mich, meine Lippen... da küsst mich wer. Aber wer? Rei...ta? Lass das, du darfst Takeru nicht...
"Reita... Nicht..." Meine Gedanken entgleiten mir, in meinem Kopf geht alles drunter und drüber. Ich habe Schmerzen.
Wer schreit da Reitas Namen? Ich?...
~Reitas großes Abenteuer~
Ich muss wohl eingeschlafen sein. Und Takeru war wohl langweilig, er ist gegangen. Er hat mir einen Brief dagelassen, auf. Rosa. Herzchen. Papier!!!! Soll ich mich etwa freuen? Er ist schon niedlich, aber muss er immer so kitschig sein? Uruha ist nicht so, er ist zwar eine kleine Diva, aber so kitschig... Obwohl, in letzter Zeit ist er immer so traurig. Warum wohl? Weil ich ihn damals so angepampt habe? Ich mag nunmal nicht verarscht werden, schon gar nicht bei sowas. Liebe. Rei-chan, also echt!
Apropos, wo ist er denn? "Ruuuuhaaaa?" Keine Antwort. Wtf, wie lange habe ich geschlafen? Oh... Drei Stunden. Ich stehe auf, um zu sehen, wo mein neuer, herzallerliebster Mitbewohner ist. Schnell schnappe ich mir meine Hose, sonst bringt Aoi, mich noch um... Also echt, als ob ich Uruha irgendwie ausnutzen würde. Was denken die denn von mir?
Verpennt tapse ich durch die Wohnung. Ich finde keinen Gitarristen, aber einen Zettel. So, wie der letzte Zettel, er wird doch nicht wieder... Oh nein! Ich starre auf die saubere, feine Handschrift.
>>Ich bin joggen. Uruha (^^)<<
Joggen? Was zur Hölle? Jeder, der hier laufen geht, der... joggt an der Straße lang. Hmpf, kein Mensch geht drei Stunden joggen. Niemand!
Gut, ich gebe zu, ich bin beunruhigt. Uruha, mach keinen Scheiß, Junge.
Eilig ziehe ich mich richtig an und gehe los. Draußen ist es schon dunkel und es regnet. Ach ja, und kein Mensch geht bei Regen joggen!
Suchend renne ich durch die Gegend, rufe seinen Namen. Langsam werde ich wirklich, wirklich, wirklich ganz unruhig. Ich stocke, an der Böschung hängt ein Fetzen lila Stoff. Sorgenvoll schiele ich über die Sträucher und ratet, wer da unten liegt. Zerkratzt, verheult und wenn ich nicht sein Freund wäre, dann würde ich sagen, er sieht erbärmlich aus. Obwohl, dieses zerrissene Shirt... hat was!
Da ich so sportlich bin, hüpfe ich leichtfüßig die Böschung runter. Erleichtert hebe ich Uruha hoch, er ist federleicht und vor allem ist das verdammte Fieber wieder da. Ich drücke ihn an mich und ich weiß nicht genau, wieso, aber schnell drücke ich ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. Auf seine weißen Lippen, er murmelt etwas. Ich drücke ihn ganz fest an mich und bringe ihn nach Hause.
Kliiingel. Aoi ist genervt, es war ein beschissener Tag gewesen und jetzt dieses fucking Telefon.
"Moshi moshi."
"Aoi?" Reitaaa (tödliche Strahlung geht von Aoi aus)
"Was...?"
"Wie kühlt man andere Leute?"
"Das ist nicht dein Ernst! Mit einem Kühlkissen natürlich!" Klick.
Dieser perverse Trottel, stöhnend vergräbt Aoi sein Gesicht in seinem Kissen. Armer Uru-chan.
~Reitas kreative Lösung Klappe die Zweite~
gleiches Problem, neuer Einfall. Kühlkissen:
Kissen durchnässen, Kissen einfrieren, Uruha Kissen auf Gesicht legen=perfekt
Meine Augenlider sind schwer, trotzdem öffne ich meine Augen. Also, ich bin auf jeden Fall nicht tot. Auf meinem Gesicht liegt ein Kissen. Das Kissen ist kalt, naja sagen wir kühl. Warum zum Teufel liegt dieses Ding da und verdeckt mein wunderbares Antlitz? Nach Luft schnappend richte ich mich auf. Neben mir liegt Reita, er schläft und wir haben beide etwas an. Wie... ermunternd. Ich hebe die Hände und fahre mir durchs Gesicht. Ich bemerke:
1. Meine Hände sind verbunden.
2. Ich habe einen dicken, fetten, unschönen Kratzer über der Nase.
Sanftr decke ich meinen Lieblingsbassisten zu. Würde er sich über ein Frühstück freuen? Bestimmt, sofort mache ich mich ans Werk.
Als ich den Fisch schneide, passiert es. Ein Schnitt, nur ein kleiner roter Streifen an meinem Finger. Zögernd lecke ich das Blut ab. Es schmeckt gut, genießerisch schließe ich die Augen. Eigentlich tut es gar nicht weh, ich fühle mich so... lebendig. Das ist ein gutes Gefühl, ich mag das.
Schnell bringe ich Rei sein Frühstück. Stelle es ab und rüttle ihn sanft wach. "Mmh, geh weg." Na danke. "Frühstück ist fertig."
Es vergeht eine Woche.
Eine zweite Woche.
Eine dritte Woche.
Ein Monat.
Uruhas Suizidversuch ist jetzt fünf Monate her... Er lebt immer noch bei Reita und ist rein körperlich wieder gesund.
Kapitel 9
Ich tue es unauffällig, für andere unsichtbar. Bei Live-Auftritten verstecke ich sie, niemand weiß es. Doch in Wahrheit sind sie da, Narben und Wunden an meinem ganzen Körper. Schnitte, die mir zeigen, dass ich lebe, Botschaften, für immer mit mir vereint. Und vielleicht dienen sie auch dazu, dass ich Reita sein Leben leben lasse. Er ist noch mit Takeru zusammen, sie streiten sich oft, Reita ist meistens schlecht gelaunt, das lässt er an mir aus. Ich ertrage es, weil ich ihn liebe.
Ich habe auch meine Gefühlsausbrüche unter Kontrolle, wenn ich weine und nicht mehr kann, dann kriegt es niemand mit.
Ich glaube, alle machen sich Sorgen, Aoi, Rei, Ruki, Kai, Saga, Miyavi und selbst Takeru.
Ich bin nicht glücklich, vielleicht habe ich vergessen, wie Glück sich anfühlt.
Nie bin ich allein, ich stehe unter ständiger Beobachtung und trotzdem fühle ich mich... Nein, ich bin einsam. Das Einzige, was ich fühle, fühlen kann, ist Hass, und Liebe. Hass auf mich, mein Leben und grenzenlose Liebe für Reita.
Ich möchte sterben, aber ich weiß, dass es den Leuten, denen ich etwas bedeute, wehtun würde, wenn ich gehe. Das will ich nicht. Es ist mein Schmerz, und ich werde ihn nicht zeigen.
Heute war ein schlimmer Tag. Reita will diese Probleme zwischen Takeru und ihm endlich beseitigen. Liebt er ihn? Was weiß ich...
Ich weine, leise und still, in den Händen halte ich einen Zirkel, die Spitze hat die Haut über meinen Pulsadern aufgeschlitzt. Es blutet doll, aber es ist nicht tief genug, um meine lebenswichtigen Adern zu verletzen.
"Ruha?" Reita, er ist wieder da, seine Stimme zittert. Weint er?
Ich gehe zur Tür und sehe ihn. Ja, er weint.
"Weißt du was Takeru gesagt hat? Er hat gesagt, wir sollten... wir müssen unsere Beziehung überdenken. Ob es nicht besser wäre..." Die letzten Worte sagte er ganz leise. "...Schluss zu machen." Okay, das ist ein Schock. Er weint. Ich habe Reita noch nie weinen gesehen. Wie sehr er leidet, ich nehme ihn in den Arm. Fest drücke ich ihn an mich, keiner von uns beachtet die Schnitte, das Blut.
Der blonde Bassist hält sich an mir fest. Schüttet mir sein Herz aus. Ich höre zu.
Er liebt Takeru nicht wirklich, das weiß ich. Únd ich werde nicht weiter zusehen, wie er leidet. Damit er mi auch garantiert zuhört, packe ich seine Handgelenke und drücke ihn gegen die Wand.
Erschrocken starrt er auf meine Hände. "Ruha, du..."
"Keine Sorge, die Schnitte sind nicht tief!
Reita, ich weiß, dass du Takeru nicht liebst. Vielleicht möchtest du das, aber du tust es nicht. Du nutzt ihn aus und hast ihn zu deinem persönlichen Sexspielzeug gemacht! Du tust ihm weh, genauso... wie mir!
Ich liebe dich, mehr als alles andere auf dieser Welt. Mehr als mein Leben. Ich werde nicht zusehen, wie du in Illusionen lebst. SIEH ES ENDLICH EIN! ICH LIEBE DICH!"
Ich starre ihn an, er starrt mich an, ich küsse ihn. Er versucht mich wegzudrücken, aber ich lasse ihn nicht los. Unter großem Kraftaufwand halte ich ihn an Ort und Stelle. Nur dieses eine Mal werde ich mir nehmen, was ich will. Er gibt auf, erwidert meinen Kuss und als ich schließlich von ihm ablasse, lächelt er mich an. Mit seinem Reita-Lächeln, er grinst fast. "Ich schätze, du hast Recht."
Ich lächle, nein, ich platze fast vor Glück. Reita liegt neben mir, sein Nasenband hat er abgenommen.
Und ich kann nur denken: Tja, Takeru, du hast Reita an mich verloren.
Ende
Ich widme diese Fanfiction, dem Menschen, den ich liebe, auch wenn dieser das nicht weiß. Ich habe meine Gefühle mehr oder weniger auf Uruha übertragen.
Ich hoffe, es hat euch gefallen. Sayonara (^_^)
Mizuki